Als der Kolonialbeamte Diego de Zama auf einen Posten in der Provinz versetzt wird, ist er überzeugt, eine weitere Sprosse auf seiner steilen Karriereleiter erklommen zu haben. Vom Glanz der spanischen Krone ist mitten im Urwald jedoch wenig zu spüren, und die Beförderung bleibt aus. Vergebens wartet Zama jahrelang auf seine Versetzung nach Buenos Aires und das Wiedersehen mit seiner Familie. Stattdessen beherrschen der kleinliche Konkurrenzkampf mit den Kollegen und die Sehnsucht nach Anerkennung und menschlicher Nähe seine Tage.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2009
Für Hans-Martin Gauger ein klarer Fall: Dieser Autor gehört zu den großen Erzählern Lateinamerikas. Zumindest weist der 1956 erstmals erschienene und jetzt neu aufgelegte (in der Übersetzung von Maria Bamberg außerdem "tadellos" überarbeitete) Roman in die Richtung. Für Gauger fällt das Buch durch seine lakonisch, geradlinig erzählte Geschichte allerdings aus der Art. Wie Antonio de Benedetto den Verfall eines Mannes vor dem Hintergrund der spanischen Kolonialzeit in Argentinien vorantreibt und dabei existenzialistische wie realistische Bezüge herstellt, hat Gauger beeindruckt. Die Suggestion, findet er, funktioniert "leichtfüßig" und sorgt für Spannung. Sogar das Nachwort hat Gauger mit Gewinn gelesen.
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