Niemand anders hat der 68er-Bewegung so sehr seinen Stempel aufgedrückt wie Rudi Dutschke (1940-1979). Mit ihm ist die Revolte der Studenten mehr als nur verbunden - seine individuelle Biografie ist mit dem Verlauf einer kollektiven Bewegung eins geworden insbesondere durch das Attentat vom Gründonnerstag 1968, an dessen Spätfolgen er schließlich starb.
Ulrich Chaussy hat mit allen wichtigen Zeitzeugen gesprochen, hat alle relevanten Archive ausgewertet. Als Ergebnis seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit Dutschke und 68 legt er diese komplett neu bearbeitete und erweiterte Biographie vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.03.2018
Rainer Stephan ist enttäuscht von dieser Neufassung von Ulrich Chaussys Dutschke-Biografie von 1983. Was der Rezensent beim ersten Erscheinen noch staunenswert fand, Chaussys Darlegung der von Springer gesteuerten öffentliche Meinung gegen Dutschke und der Hinweis auf dessen christlichen Hintergrund, hätte er nun gern weiter ausgeführt und kritisch analysiert bekommen. Fehlanzeige. Dass der Autor auch weiterhin auf private Details verzichtet, macht Stephan auch nicht froh. Aus Detailflut allein entsteht keine echte Biografie, meint er, auch wenn das neu hinzugekommene Register und ein Epilog dem Leser den Zugang erleichtern.
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