Der Begriff der Souveränität scheint heute viel von seiner Plausibilität für das Denken von staatlicher und überstaatlicher Gemeinschaft eingebüßt zu haben. Ulrich Haltern zeigt jedoch anhand einer genealogischen Untersuchung, dass Souveränität nach wie vor unsere Vorstellungen des Rechts und des Politischen intensiv prägt; sie ist eine Schnittstelle von Recht und Gewalt. Dadurch wird Souveränität zum Schlüsselbegriff in der Beschreibung der Welt des Rechts, der Politik und unserer selbst.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.08.2007
Mit Gewinn hat Otto Depenheuer diese Studie über den Begriff der Souveränität von Ulrich Haltern gelesen. Im Zentrum sieht er eine Verteidigung der Souveränität des politischen Handelns gegenüber der zunehmenden Verrechtlichung aller gesellschaftlichen Bereiche. Zustimmend äußert er sich über die Ansicht des Autors, diese idealistische Tendenz zur Konstitutionalisierung leiste nicht, was sie zu leisten vorgebe: die Ordnung der Wirklichkeit. Nur beipflichten kann er auch Halterns kritischer Auseinandersetzung mit dem Irrglauben, das Recht könne das Politische vollständig ersetzen. Er unterstreicht zudem Halterns Darstellung der Souveränität als der zentralen und unhintergehbaren Kategorie des Politischen. Sein Fazit: eine höchst anregende und originelle Studie.
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