Im Zentrum der biographischen Untersuchung über den "Volkstumsforscher" Max Hildebert Boehm steht die Analyse von Kontinuitäten und Wandlungen im deutschen rechtsintellektuellen Milieu im 20. Jahrhundert. Der Fokus liegt auf dem Wissenschaftsverständnis und dem politischen Beitrag Boehms als Begründer einer "rechten" Volkstheorie. Ebenso geht es um den Einfluss des ethno-politischen Experten vom späten Deutschen Kaiserreich bis in die Bundesrepublik. Ulrich Prehn verfolgt im Rahmen der Studie nicht nur ideengeschichtliche Fragestellungen, etwa nach der Transformation der Ideen von "Volk", "Staat" und "Nation" oder des rechtsintellektuellen Europa-Diskurses.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2014
Die Grenze zwischen Wissenschaft und Politik, über die der völkische Ideologe Max Hildebert Boehm nach eigenem Bekunden in seiner Arbeit balancierte, ist ein strittiges Ding, meint Carsten Kretschmann. Wie strittig macht ihm die von Ulrich Prehn verfasste umfangreiche Biografie über Boehm deutlich. Heute nahezu unbekannt, machte der Volkstheoretiker Boehm im Nationalsozialismus Karriere, lernt Kretschmann. Und er lernt weiter, wie die Versuchungen des Intellektuellen aussahen. Anschaulich erklärt ihm der Autor Boehms Verständnis der Begriffe "Stamm", "Landschaft" und "Volkstum" und bedeutet ihm die prägende Kraft des rechtsintellektuellen Milieus in der Weimarer Republik.
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