Ulrich Schacht

Über Schnee und Geschichte

Notate
Cover: Über Schnee und Geschichte
Matthes und Seitz, Berlin 2012
ISBN 9783882215649
Gebunden, 335 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Aufzeichnungen und Beobachtungen, Gemeinplätze entlarvend. Unterhaltsam und bisweilen ätzend sind diese Fragmente und Gedankensplitter Variationen über unsere Zeit im Spiegel der Ewigkeit, über Niedertracht, Verlogenheit, Plattheit, Feigheit, Gier.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.07.2012

Burkhard Müller lässt kein gutes Haar an den Notaten des DDR-Dissidenten, Theologen und früheren Weggefährten Joachim Gaucks, Ulrich Schacht. Müller missfallen die unvermittelte Abwechselung von Privatem, Poetischem und Politischem, die immer wieder durch die Ironie durchscheinende Bitternis des Autors, seinen ethischen, jegliches politische und historische Denken negierenden Rigorismus sowie seine den Kapitalismus als Teufelswerk verdammenden Wut. Dass im Buch mitunter gar eine Sympathie für totalitäre Gewalt spürbar wird, erscheint Müller geradezu absurd, schließlich habe Schacht gerade letzterer grundsätzliche Feindschaft geschworen. Im Ganzen jedoch scheint Müller beruhigt. Solange der Rechtskonservatismus inkohärent wie in diesem Buch auftritt, meint er, muss uns nicht bange sein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.06.2012

Interessiert hat Rezensent Marko Martin die nun unter dem Titel "Über Schnee und Geschichte" erschienen Notate des Essayisten, Lyrikers und Prosaautors Ulrich Schacht gelesen. In den Notaten, die im Jahre 1983 beginnen und im Dezember 2011 mit dem Tod Kim Jong Ils enden, findet der Kritiker immer wieder provokative und ideologiekritische Aussagen, die sich der heutigen "Weichspül-Rhetorik" entziehen: "Das Problem der deutschen Politik waren nie ihre Freiheits-Feinde, sondern immer ihre Feigheits-Freunde...". Zugleich kritisiert der Rezensent aber auch, dass der ostdeutsche Intellektuelle bei aller "stilistischen Transparenz" und "literarischen Transzendenz" nicht immer vor zweifelhaften Vereinfachungen geschützt sei. Amüsiert liest Martin allerdings, wie "mokant" der Autor über seinen "leicht zu rührenden Freund Joachim Gauck" schreibe.
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