Mit Illustrationen von Anke Feuchtenberger. Das Lexikon ist ein gerechter Beobachter. Es kennt die Tücken der Liebe ebenso wie die einer Zylinderkopfdichtung. Hier gehen das existenziell Komische, die Macht des Zufalls und das große Ganze Hand in Hand. Das Lexikon des Lebens lässt den Leser eine abenteuerliche Reise von Artikel zu Artikel antreten. In Schleifen, Sprüngen und Haarnadelkurven führt es von Klotzsche über Rom bis Barmbek-Süd, von 1652 über 1960 bis 2016, vom Landschaftsgärtner über den Theologen zum Autor. Immer wieder überschreitet und konterkariert es dabei etliche Grenzen, jene des 'Zaunkönigreichs' ebenso wie die der Vorstellungskraft oder der Zeit. Der Blick geht stets zurück und zugleich nach vorn. Sarkastisch berichtet Hegewald in Gestalt alphabetischer Avatare von allen Dingen, die eine aufmerksame Betrachtung verdient haben - zumindest in diesem Leben.
Rezensentin Petra Morsbach bekommt mit Wolfgang Hegewalds Lexikon einen Kunst-Band von großer Güte. Dafür stehen nicht nur die Illustrationen der Einträge von Anke Feuchtenberger. Hegewald selbst ist für Morsbach der große Unbekannte mit dem noch größeren Talent, existenziell, unbequem und witzig. In den mitunter essayistischen Texten kommen Held und Welt selten gut weg, warnt Morsbach, Identifikation werde eher nicht erwartet, sondern kritische Solidarität. Sprachspielerisch und lebendig, immer furchtlos und auf hohem Niveau verbindet der Autor Bitterkeit und Brillanz, Sarkasmus und Sprachgenuss, meint die Rezensentin hochachtungsvoll.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2017
Rezensentin Angelika Overath scheint Wolfgang Hegewalds Lexikon des Lebens ganz lehrreich zu finden. Was eine Nachtmulle so treibt, wie die Kindheit im Dresdner Stadtteil Klotzsche war und welche Auswüchse sich unter dem Lemma "Klappentext" vereinen lassen, liest sie hier. Die Lehr-, Wander- und Meisterjahre des Autors zwischen Kindheit, Liebe und Schriftstellerexistenz bescheren ihr unter anderem Porträts von Autorenkollegen und einen Stil, der es nur manchmal etwas zu bunt treibt. Dann bilden die Kohlezeichnungen von Anke Feuchtenberger im Band einen angenehmen Kontrast, meint Overath.
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