Anlässlich des 50. Todestages des Komponisten sind die Beiträge des Bandes dem widersprüchlichen Wesen der Musik Ives' gewidmet, die jenseits ideologischer Vorurteile verstanden und gehört werden will als eine Sprache, die nach Ansicht des Komponisten so transzendent sei, dass ihre Höhen und Tiefen der ganzen Menschheit gemeinsam sein werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 19.06.2004
Inkommensurabel wie eh und je ist der amerikanische Komponist Charles Ives, "ohne Vorläufer und mit wenigen Nachfolgern", stellt der "rur." zeichnende Rezensent fest. Was sich geändert hat: Sein Status als bedeutender Klassiker der amerikanischen Moderne sei längst unangefochten. Dieser Band mit Aufsätzen müht sich nun, einzelnen Facetten des Werks - von "This Scherzo is a Joke" bis "Central Park in the Dark" - gerecht zu werden. Die Rezensionsnotiz fasst einzelne Aufsätze in einem Satz zusammen ("Für Dorothea Gail wird die 4. Sinfonie zur 'Hermeneutik zwischen Programmatik und absoluter Musik'") und konstatiert das Bemühen einzelner Texte um "Vertiefungen und Querbezüge".
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.05.2004
Reinhard J. Brembeck widmet sich zunächst ausführlich der Musik des für ihn "grandiosen" Komponisten Charles Ives, der - mit ungleich größerem finanziellen Erfolg - als Versicherungsvertreter arbeitete. Seine Musik beschreibt er als eine, "die abrutscht, die nicht mehr haftet". Und er warnt: "Wer diese Musik nicht instinktiv aufnimmt, auf den werden viele unangenehme Fragen zukommen." Gänzlich beantwortet sieht er sie durch diese, wenn auch "heroische" Edition nicht, mit der der Bremer Musikwissenschaftler Ulrich Tadday die Nachfolge der bisherigen Herausgeber der Musik-Konzepte, Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, angetreten hat. Allerdings wünscht sich Brembeck für die nächsten Beiträge weniger Akademisches und "mehr Vision".
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