Ulrich Weber erzählt vom kometenhaften Aufstieg des Pfarrerssohns aus dem Emmental zum weltberühmten Autor mit Millionenauflagen und von den vielen kleinen und großen Brüchen in seinem Leben, die ihn zwangen, sich immer wieder neu zu erfinden. Bislang unzugängliche Dokumente erlauben einen ganz neuen Blick auf den privaten Dürrenmatt.
Rezensentin Eva Pfister ist mit Fritze per du nach der Lektüre von Ulrich Webers "fundierter" Biografie. Dass der Autor den Nachlass des Malers, Dramatikers und Romanciers betreut, zahlt sich laut Pfister aus: Vorgestellt wird das "Erzählgenie" Dürrenmatt in seiner Zeit, sein Werk, seine Abgründe (etwa die Sympathien für die "Frontisten"), auch wenig bekanntes Privates, so Pfister. Auch wenn sie Dürrenmatts Steckenpferd Recht und Gerechtigkeit und seinen Pessimismus im Buch gern umfänglicher behandelt gesehen hätte, bietet der Band für sie doch eine materialreiche Grundlage für weitere Interpretationen.
Rezensent Marc Reichwein bekommt Lust auf alte Schullektüre mit Ulrich Webers Dürrenmatt-Biografie. Von der anhaltenden Verbreitung Dürrenmattscher Werke berichtet Weber laut Rezensent ebenso solide und ausgewogen wie über Erzählmuster, Motive und Formen in den Texten. Steile Thesen sucht der Rezensent im Buch vergebens. Webers Stärken liegen für Reichwein eher in der Genauigkeit und in einer gewissen Zurückhaltung in Bezug auf eine mögliche neue Dürrenmatt-Konjunktur: Dürrenmatt, das lehrt das Buch den Rezensenten auch, war nie weg.
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