Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.10.2000
Wortgebilde, Phrasen, Sprachmüll: mit solchen Begriffen etikettiert Alexander Honold die vier zu einem Band zusammengefassten Texte von Ulrich Zieger. Ein Episoden-Dramolett, ein Prosatext und zwei Gedichtreihen, da passt eigentlich nichts zusammen, meint Honold, dem das Plündern dieses Büchleins dennoch viel Spaß gemacht hat. Er stieß dabei auf eine gewisse Neigung des Autors zum Sentenziösen, zum Sprachulk, der sich vor allem einer Methode bedient: "schräg sind alle Vergleiche". Des weiteren förderte Honold zutage: echte Poesie und eine fehlende Verpflichtung zur Plausibilität, was dem Rezensenten im positiven Sinne zu denken gibt. Er vermeldet "kein Kunst sprengendes Abfeiern der Konsumwelt, aber auch kein Abschildern dingnaher Konkretion", da kann der Rezensent beruhigt aufatmen, obwohl der Autor zwischenzeitlich wieder einen seiner Pfeile mit tiefsinnigen Sentenzen auf ihn losgeschossen hat: "das ist wie mit den zähnen, wenn sie heraus sind, ist der mund leer".
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