Ein abgelegenes Haus an der Quarta, hoch oben in einem Tessiner Bergtal. Hierher hat sich der Cantautore Gatto Dileo zurückgezogen. Burnout - ausgebrannt. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere steckt er in einer Sackgasse. Er hält inne, arbeitet seine Vergangenheit auf. Mit einem letzten Song hat er sich von seinem Publikum verabschiedet: "Eravamo in tre". Wir waren drei. Eine Ballade, eine Jugenderinnerung, der Klang einer ersten Liebe. Eingeweihte deuten den Song als ein Schuldgeständnis. Eravamo in tre - einer ist tot. Das Lied bezieht sich auf Gatto Dileos erste Band. Drei Secondos, aufgewachsen in der Tiefe des Schweizer Mittellandes: Salvo alias Gatto Dileo, Mitra und Maurizio, der begnadete Songtexter. Maurizio starb als Zwanzigjähriger. Ein Unfall? Selbstmord? Was auch immer damals geschehen ist, Gatto versteckt sich nicht ohne Grund in der Schlucht der Quarta. Genau dort, wo Tag für Tag derselbe Falke am Himmel kreist.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2004
Dieser Roman, stellt Gieri Cavelty klar, "ist keine Parodie", weder auf den Musikbetrieb noch auf den Liebesroman. Wenn hier geliebt, gesehnt, gebangt und verraten wird und alles mit gefühligen Zitaten beliebter Canzone untermalt wird, ist es Urs Augstburger Ernst. Mit "Klischees und Kitsch" werde hier "wacker kokettiert und oft geklotzt", bemerkt er fast ungläubig. Erzählt wird die Geschichte der schönen Mitra und des Cantautore Gatto Dileo, die einst von einer gemeinsamen Musikerkarriere geträumt hatten und sich nun siebzehn Jahre und etliche Verwirrungen, Irrungen und Lebenskompromisse später wiedertreffen. Zugegeben, meint Cavelty, das Ganze wird in flottem Tempo und süffigem Ton erzählt, doch originell oder spannend, kann er den Roman trotz eingebauten Krimiplots nicht finden. "'Gatto Dileo' ist vielmehr der auf Italianita getrimmte Remix von Augstburgers älteren Romanen."
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