Neugierig gemacht durch die Bemerkung des Symbolisten Odilon Redon, der seine der Unterwasserwelt gewidmeten Bilder "Aquarien" nannte, ging Ursula Harter den Fragen nach, wann die ersten "Aquarienhäuser" gebaut worden sind, wie sie aussahen und wie sie rezipiert wurden. Als Eyecatcher sind Aquarien beliebte Requisiten sowohl der Schaufensterdekoration als auch der Theaterbühne. Als Erlebnisfaktoren erhöhen sie die Attraktivität von Kunstausstellungen, verschöm nern Water Closets und mildern die Trostlosigkeit von Fußgänger-Unterführungen. Wer den Aufwand fü r ihren Unterhalt scheut, holt sich die Unterwasserdeko per Bildschirm ins Haus. Als optische Hintergrundmusik gehören sie zum Ameublement von Banken, Luxusboutiquen und -hotels, Shopping-Malls, Cafe s, Restaurants und Nightclubs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.10.2014
Sogar "Nicht-Aquarianer" werden sich für Ursula Harters prächtig illustriertes Buch "Aquaria in Kunst, Literatur und Wissenschaft" begeistern können, ist sich Helmut Mayer sicher, für Liebhaber sei es ohnehin Pflicht. Neben zahllosen Beispielen aus der Literatur, wo Aquarien gerne als Mittel des zoologischen Vergleichs herangezogen werden, wenn eine abgeschottete Lebenswelt den Außenstehenden und der Schriftsteller als "Liebhaber menschlicher Ichthyologie" sichtbar wird, erklärt der Rezensent. Aber Harter verfolgt das Motiv ebenso kenntnis- und materialreich in Malerei und Film, während die chronologische Entwicklung der faktischen Apparatur und der Tiefseeforschung genug Orientierung geben, um ganz nach Belieben vorwärts und rückwärts durch dieses schöne Buch zu springen, lobt Mayer begeistert.
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