"Don't cry for me, Argentina" - durch ihren frühen Tod wurde Eva Perón zur Legende. Andrew Lloyd Webber widmete ihr ein Musical, Madonna verkörperte sie im Kino. Ursula Prutsch erzählt das kurze, aber intensive Leben einer starken Frau aus einfachen Verhältnissen, die zum weltweiten Mythos wurde, und führt dabei zugleich ein in die Geschichte des modernen Argentinien. Mit nur 33 Jahren starb "Evita" an Krebs. Trotzdem ging die Gattin des argentinischen Präsidenten Juan Perón als mächtigste Frau Lateinamerikas in die Geschichte ein. Für die einen war sie Feministin, Wohltäterin der Armen und Heilige der Arbeiter, für die anderen eine machtgierige, berechnende Aufsteigerin, die Mildtätigkeit als bloße Show inszenierte. Zur Politik Eva Peróns gehörte es auch zu polarisieren und mit Emotionen zu regieren. Dadurch prägte sie den peronistischen Populismus entscheidend mit. Ursula Prutsch legt nun die erste wissenschaftlich fundierte deutschsprachige Biographie dieser modernen Kunstikone vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.12.2015
Friederike Bauer hat keinen Zweifel, dass der Mythos Evita lebt. Ursula Prutsch gibt ihr Hinweise darauf durch Bezüge zu populistischen Karrieren von Hugo Chavez bis Sarah Palin. Die Nüchternheit, mit der die Autorin in dieser Biografie das Märchenhafte wie auch das Tragödienhafte an Eva Perons Leben herausarbeitet, hat Bauer beeindruckt. Dass die Nachzeichnung der Lebensstationen im Buch so differenziert geschieht, scheint ihr bemerkenswert. Der Unterschied zwischen Mythos und Macht wird offenbar, ohne dass der Text voyeuristische Ansprüche bedienen würde, wie die Rezensentin schreibt. Das Ergebnis ist eine anspruchsvolle politische Biografie, findet Bauer.
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