Usama Al Shahmani steckt mitten im Asylverfahren, ohne Geld, ohne Arbeit, als in Bagdad sein Bruder Ali spurlos verschwindet. In den sicheren Süden wollte er nicht gehen, wenn er Bagdad verlassen soll, dann möge ihn Usama bitte herausholen aus dem Irak. Aber wie soll dieser die zweitausend Dollar für die Flucht nach Beirut aufbringen? Da kommt auch schon die Nachricht von dessen Verschwinden.
Während Usama mit Ankommen mehr als beschäftigt ist, treffen laufend Nachrichten aus dem Irak ein. Bilder aus dem Leichenschauhaus, von denen doch keines Ali zeigt. Windige Typen aus der Hochsicherheitszone in Bagdad, die bestochen werden wollen für angebliches Wissen. Vorwürfe der Mutter, es wäre nicht passiert, wenn er nicht geflüchtet wäre.
Diese persönliche Geschichte und ein im Exil entdecktes, neues Verhältnis zur Natur formt Usama Al Shahmani zu einem vielschichtigen Roman über den Spagat eines Lebens zwischen alter und neuer Heimat.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2018
Selten hat Rezensentin Marie Dettmar in einer derart schönen und poetischen Sprache vom Gefühl der Ungewissheit gelesen wie in diesem Buch des in Bagdad geborenen Schriftstellers Usama al Shamani. Sie liest hier von al Shamanis Erfahrungen, der wie sein Romanheld ebenfalls in die Schweiz flüchtete, dort mit einem Arabisch-Studium in der Tasche, aber ohne Geld und Arbeit mit Kulturunterschieden und Kommunikationsschwierigkeiten zu kämpfen hat und Trost in der Natur sucht. Wie der Autor westliche und nahöstliche Eigenheiten gegenüberstellt, über Sprache, Literatur, Heimat, Hoffnung und Gastfreundschaft reflektiert und nicht zuletzt die Kriegserlebnisse seines Helden schildert, hat Dettmar tief beeindruckt.
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