Illustrationen von Linda Hüetlin. Es ist höchste Zeit, die Weltgeschichte zu ergänzen: um all ihre vergessenen Heldinnen. Jenseits der üblichen Klischees - die schöne Kleopatra, die grausame Lucrezia Borgia, die mutige Jeanne d`Arc - erzählt dieses Buch von Frauen, die Geschichte machten und die trotzdem kaum jemand kennt: von Sitt-al-Mulk, die in den Wirren des Streits zwischen Schiiten und Sunniten das Amt des Kalifen von Kairo übernahm. Von Malintzin, ohne deren Hilfe die Spanier Mexiko nicht erobert hätten. Von Wu-Zetian, die als "chinesischer Kaiser" dazu beitrug, den Buddhismus in China zu verbreiten. Und von Ada Lovelace, die das erste Computerprogramm schrieb und damit nicht nur das digitale Zeitalter einläutete, sondern auch Fragen zur künstlichen Intelligenz stellte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2018
Nicht jungen, nicht älteren, nein, gar keinen Leserinnen möchte Rezensent Volker Breidecker diesen Band der beiden feministischen "Hobbyhistorikerinnen" Kerstin Lücker und Ute Daenschel zumuten. Zunächst einmal findet der Kritiker eine frauenzentrierte Weltgeschichte ebenso unsinnig wie eine männerzentrierte. Auch der Idee, fast jedem historischen Helden oder Tyrannen einen weiblichen Gegenpart gegenüberzustellen, kann der Rezensent nichts abgewinnen. Dass die Autorinnen darüber hinaus auf Quellenkritik pfeifen, neben "Halbwahrheiten" auch Fehler verbreiten und in ihrem "biederen" Werk viel von Geschlecht, aber nie von Sexualität sprechen, macht es für Breidecker nicht besser.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.04.2017
Eva-Maria Magel findet den Versuch der Autorinnen Kerstin Lücker und Ute Daenschel respektabel, eine Weltgeschichte für junge Leserinnen mit besonderem Blick auf die weiblichen Protagonisten zu stemmen. Im Zeitalter des atomisierten Wissens sehr mutig, meint sie. Bei genauerem Hinsehen fallen Magel allerdings Mängel auf. Die spärliche Bebilderung etwa, die für die Rezensentin nicht immer nachvollziehbare Gewichtung oder auch Sachfehler und so manche Ungenauigkeit. Davon abgesehen aber hält Magel die Geschichten über Madame de Stael oder die Pharaonin Hatschepsut für so bereichernd wie notwendig.
Als lesenswertes und kluges "Mammutwerk" preist Rezensentin Judith Scholter Kerstin Lückes und Uta Daenschels "Weltgeschichte für junge Leserinnen". Die beiden Autorinnen erzählen anhand von bedeutenden Frauen aus mehreren Jahrtausenden die Zeitläufte ganz neu, schwärmt die Kritikerin, der hier etwa die Kaiserin Lü Zhi begegnet, die 200 v. u. Z. mit allen Mitteln die Macht ihres Sohnes sichern will, oder die Herrscherin Sitt al-Mulk, die zwölfhundert Jahre später das schiitische Kalifat in Kairo übernimmt. Bedeutende Männer werden dabei keineswegs übersehen, fügt die Rezensentin hinzu, die in diesem umfangreichen Unterfangen zwar mehr Anekdoten als große Zusammenhänge entdeckt, dem Buch aber eine ganz neue Perspektive auf die Weltgeschichte verdankt.
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