Uwe Jean Heuser durchleuchtet die gesellschaftlichen Auswirkungen dessen, was er eine "andere Marktwirtschaft" nennt. Diese neue Ökonomie entsteht aus der digitalen Revolution, die auf alle Bereiche menschlichen Handelns übergreift und binnen kurzem unsere Umwelt radikal verändern wird.
Zwiespältig äußert sich Barbara Dribbusch über diesen Band. Heusers Erkenntnis, dass angesichts der Schnelligkeit in der Gesellschaft der Mensch nach neuen Gemeinschaften sucht, findet sie nicht gerade neu. Dennoch kann sie offenbar so mancher These Heusers etwas abgewinnen. Als Beispiel dafür seien seine Überlegungen zu Wohlstandsdenken in der Bevölkerung mit gleichzeitig geringer Risikobereitschaft genannt. Etwas desillusionierend findet sie anscheinend, dass Heuser "die klassischen Grundsatzfragen nach politisch gesteuerter Umverteilung nicht mehr stellen will". Heuser befindet sich ihrer Ansicht nach in Gesellschaft von Sozialdemokraten wie Peter Glotz, die Wirtschaftwachstum über Verteilungsgerechtigkeit stellen. Dass Heuser das Bedürfnis nach Gemeinschaft vor allem in Selbsthilfeprojekten, Bürgerinitiativen u. ä. verwirklicht sieht, scheint die Rezensentin zu verwundern. Es erscheint ihr als Überbewertung, da sich ihrer Ansicht nach die Sehnsucht nach Gemeinschaft vielmehr in "Familie, Freundschaften, Nachbarschaften, ethnischen Communities und Religionsgemeinschaften" abspielt. Diesen Aspekt scheint Heuser für sie jedoch nicht ausreichend beleuchtet zu haben.
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