Was macht den Reiz der Gegenstände aus, mit denen wir uns umgeben? Was geschieht mit ihnen, nachdem wir sie in Besitz genommen haben? Und wie verändert sich das Verhältnis zwischen den Dingen und ihren Betrachtern im Laufe der Zeit? Sie stehen auf unseren Schreibtisch, oder auf den Nachttischchen. Wir hängen sie an die Wand oder tragen sie diskret in der Tasche: die ganz persönlichen Dinge. Egal, ob wir sie Amulett, Talisman oder Erinnerungsstück nennen: Sie begleiten uns überall hin, wo wir länger bleiben. Wir basteln kleine Privataltäre für sie und finden sie schön - aber was heißt das? Und woher kommt der Zauber, den diese ganz persönlichen Gegenstände auf uns ausüben?Aufheben, Wegwerfen verfolgt die Geschichte unserer Glücksbringer und Souvenirs von den Wohnzimmern des 21. Jahrhundert zurück in die materielle Kultur des Mittelalters mit ihren magischen Steinen, Bildern und Rosenkränzen. In den wohlhabenden Industriegesellschaften der Moderne haben sich auch die persönlichen Besitztümer explosiv vermehrt. Sie füllen unsere Keller, Dachböden und Schränke in einem Ausmaß, dass wir sie manchmal gerne wieder loswerden würden und von einem Leben träumen mit ganz wenigen Dingen, den richtigen, wichtigen. Ökologisch sinnvoller wäre es ohnehin - aber geht das? Ein Essay über die schönen Alltagsdinge, über Magie, schlechtes Gewissen, die Utopie der rabiaten Reduktion und das tägliche Durcheinander.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.04.2023
Rezensentin Sonja Asal entgeht nicht, dass Valentin Groebner mit seinem Langessay über das Hantieren mit Schönem ein bestimmtes Publikum anspricht, eines, das sich an der eigenen Kultiviertheit erfreut, wenn es Tee aus erlesenem Porzellan trinkt oder teure Designobjekte einsam arrangiert. So ratlos Asal der Titel des Bandes zunächst zurücklässt, so aufschlussreich findet sie Groebners kulturhistorische Expertise, wenn er das Magische des schönen Nippes herauspräpariert und seine Vereinnahmung durch die Konsumästhetik feststellt.
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