Vera Forester

Lessing und Moses Mendelssohn

Geschichte einer Freundschaft
Cover: Lessing und Moses Mendelssohn
Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 2001
ISBN 9783434505020
Gebunden, 262 Seiten, 19,50 EUR

Klappentext

Der erste Roman von Vera Forester handelt von der folgenreichen Begegnung von Gotthold Ephraim Lessing und dem jüdischen Philosophen Mosel Mendelssohn. Mit der Jahrhundertfreundschaft der beiden Denker, die sich über kulturelle Differenzen hinweg entfaltete und bis heute als einer der ersten Dialoge der Aufklärung gilt, beschäftigt sich die Literatin seit über zehn Jahren. Entstanden ist ein moderner Aufklärungsroman. Historische Fakten, Brief- und Literatur-Zitate bilden ein stabiles Gerüst für szenische Ausmalungen, durch die sich wie ein roter Faden ein persönliches Plädoyer für einen toleranteren Umgang mit anderen Kulturen zieht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 06.06.2002

Auch "ärgerliche Kleinigkeiten", die durch ein besseres Lektorat hätten verhindert werden können, schmälern den Wert dieser "fulminaten" Doppelbiografie nicht, resümiert Rolf-Bernhard Essig seine Lektüre. Der Autorin Vera Forester sei es in mitreißender Weise gelungen, die ein Leben dauernde, tiefe Freundschaft zwischen Gotthold Ephraim Lessing und Moses Mendelssohn darzustellen, die 1754 begann, als sich beide fünfundzwanzigjährig in Berlin trafen. Die Einmaligkeit dieser vorurteilslosen, intensiven kulturellen Freundschaft zwischen dem christlichen Dichter Lessing und dem jüdischen Philosophen Mendelssohn in der Blütezeit der Aufklärung, erschließt sich gerade im Doppelporträt, das neue Korrespondenzen, Parallelen und Gegensätze erkennen lasse, schreibt Essig. Der Leser werde "durch wohl ausgesuchte Briefe, theoretische und poetische Texte" auch noch direkt im Jetzt erreicht. Das Gemälde von Moritz Oppenheim von 1856 "Lavater und Lessing bei Mendelssohn", das damals als Lithografie weite Verbreitung fand, lasse erst auf den zweiten Blick die Fäden der so vielfältig und dicht gesponnenen Beziehung zwischen Lessing und Mendelssohn erkennen, meint Essig, und beschreibt weiter, dass Lessing sich nicht in den konfessionellen Streit zwischen Lavater und Mendelssohn eingemischt hatte, sondern missbilligend im Hintergrund geblieben war. Ebenso wie Oppenheim gelingt es auch der Biografin, "das farbige Abbild einer Freundschaft" zu malen, "wie es sie reicher, anrührender und herzensklüger selten gab", lobt der Rezensent.

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