Verena Roßbacher

Mon Chéri und unsere demolierten Seelen

Roman
Cover: Mon Chéri und unsere demolierten Seelen
Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln 2022
ISBN 9783462001198
Gebunden, 512 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Mit unverbrüchlichem Optimismus und irre gut gelaunt strauchelt Charly Benz seit 43 Jahren durch ihr Leben. Sie arbeitet im Marketing einer Berliner Foodcompany, ernährt sich von angebrannten Croissants und bespricht ihre Beziehungsprobleme - die darin bestehen, dass sie keine Beziehung hat - mit ihrem einzigen Freund: Herr Schabowski, ein sechzigjähriger Mann, der ihre Post und Ängste sortiert. Doch als dieser eine tödliche Diagnose erhält, ihr erster Versuch einer Systemischen Familienaufstellung in einem Debakel endet und plötzlich gleich drei Männer ihr Leben gehörig durcheinanderbringen, verlässt Charly allumfassend der Mut. Den sollte sie schleunigst wiederfinden, sie ist nämlich schwanger. Sie und Schabowski beschließen, ihre Probleme proaktiv anzugehen: Sie flüchten. Und zwar nach Bad Gastein, ein ehemals mondäner Kurort im Südwesten Österreichs. In einem leerstehenden Hotel der Jahrhundertwende, das einst Charlys Vater gehörte, stellen sie fest: Man kann sich die Menschen, mit denen man verwandt ist, nicht aussuchen - seine Familie aber schon.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.08.2022

Rezensentin Kristina Maidt-Zinke hat nichts gegen Antiquiertheit, wenn sie so charmant daherkommt wie in Verena Roßbachers Roman über die Selbstfindungseskapaden einer Mittvierzigerin. Dass sich jemand eskapistisch wie die Heldin verhält, ist für die Rezensentin zwar eigentlich kaum noch vorstellbar, doch Roßbacher hat einen originellen und gelassen-komischen Zugang zur komplexbeladenen Seele ihrer Figur, versichert sie. Das zeigt sich für Maidt-Zinke etwa darin, dass sie der Protagonistin einen kuriosen Therapeuten und gleich drei potenzielle Kindsväter an die Seite stellt und aus dieser Konstellation eine Utopie des "solidarischen Miteinanders" zaubert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2022

Rezensentin Katharina Teutsch lernt einiges aus Verena Roßbachers Geschichte einer Frau im Lebenswinter, die unverhofft mit gleich drei Männern anbandelt: Zum Beispiel, dass Sexszenen niemandem nützen. Oder: Dass Bibi Blockberg zu hören, einer Frau in mittleren Jahren möglicherweise nicht guttut. Tief in die versehrten Seelen ihrer Figuren führt Roßbacher die Rezensentin, doch nicht ohne Humor und Empathie. Beides überträgt sich auf die Leserin, meint Teutsch.
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