Aus dem Russischen von Heinrich Siemens. Snuff - das ist das Leben selbst, mit der Liebe im Zähler und dem Tod im Nenner. Ein solcher Bruch hat gleichzeitig den Wert Null und Unendlich. Die Amouren einer künstlichen Frau, das Coming of Age eines jungen Orks, der sich zum Dichter entwickelt, die utopische Vision einer postapokalyptischen Welt: Sex, Krieg und Snuff-Filme. Der Roman zum Ukraine-Konflikt von Viktor Pelewin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2015
Schade, seufzt Rezensent Tomasz Kurianowicz, denn eigentlich hat Viktor Pelewins postapokalyptische Satire "Snuff" einige gute Stellen. Wie der russische Autor hier ein ebenso perverses wie spätkapitalistisches Szenario entwirft, in dem es keinen Unterschied mehr zwischen Ost und West, Russland und Amerika gibt, sondern nur noch Privilegierte und Versklavte, findet der Kritiker unterhaltsam, gelegentlich auch scharfsinnig und erhellend. Auch über Pelewins kuriose Einfälle - der Blick der Reichen auf das hässliche Armenviertel wird etwa durch digitale Projektionen verdeckt - muss der Rezensent schmunzeln. Leider kann er aber für keine der hier auftretenden Figuren Sympathie aufbringen. Vor allem aber erscheint ihm die auf fünfhundert Seiten ausgebreitete Handlung zu dünn und einen tiefgehenden Erkenntnisgewinn hat Kurianowicz dem Buch leider auch nicht zu verdanken.
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