Aus dem Russischen von Angelika Schneider. Wieviel wirklich große Lieben kann man in seinem Leben haben? Eine, findet Irina - wenn man Glück hat. Als sie nach einer gescheiterten Ehe schon nichts mehr vom Leben erwartet, lernt sie Kjamal kennen. Kjamal ist Aserbaidschaner, jung, schön, und er riecht nach Erdbeeren. Er liebt Irina, aber heiraten kann er sie nicht.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 08.10.2003
Dieser Roman lässt die Rezensentin Katrin Kruse etwas befremdet zurück. Sie weiß nicht so recht, ob die Autorin den tristen Vorgang, dass die Protagonistin ihr Leben nach einer gescheiterten Liebesbeziehung langsam aus den Augen verliert, bewusst in ihrem Erzählstil spiegelt: "Da Irina immer gestaltloser wird, scheint es fast, als habe Viktoria Tokarjewa ebenso das Interesse an ihrer Hauptperson verloren wie diese an sich selbst." Die Wichtigkeit ihrer Protagonistin leidet darunter in Kruses Augen - und das ist für die Dramaturgie des Romans definitiv problematisch. Denn stilistisch so gekonnt, dass eine sich selbst nur noch unbeteiligt beobachtende Romanheldin irgendwelche Gefühle - außer Langeweile - bei ihren Lesern auslöst, scheint der Roman nicht zu sein. Denn selbst von den Passagen des Buches, in dem die Protagonistin noch ein Leben und eine Liebe hat, zeigt sich Kruse nicht gerade begeistert: "In schlichten Sätzen, in denen Irina an der Welt staunt und sich nicht ohne Pathos ihr Horizont der Beschränkung entfaltet, nehmen die Dinge ihren Lauf."
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