Aus dem Slowenischen von Erwin Köstler und Andrej Leben. Im Dorf Dolina haben die reichen deutschen Eichheins, Wald- und Sägewerksbesitzer, seit jeher das Sagen, die slowenischen Bauern und Arbeiter aber stellen die Mehrheit der Bevölkerung - und den Bürgermeister, den einflussreichen Gastwirt Novak. Vor dem Hintergrund von 20er-Jahren, Nazi-Zeit, kommunistischer Herrschaft und Wende entstehen eindringliche Bilder aus dem Alltag von Dolina, in dem politische Konflikte, aber auch Liebe und Verrat tiefe Spuren hinterlassen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2024
Leider nicht überzeugt von Vinko Möderndorfers Roman über die wechselhafte Geschichte Sloweniens ist Rezensent Luca Vazgec: Eines der vielen erzählten Leben ist das von Silvester, der als Partisanenheld stirbt, aber auch dessen Mutter und ein deutscher Nazi stehen im Blick. Diese Geschichte von Ethnopluralismus, Erinnerung, Geschichtlich- und Zeitlosigkeit entwickelt für Vazgec durch pathetische Formulierungen, fast pornografische Sexszenen und "Eskapaden pseudophilosophischer Metareflexion" ziemliche Längen. Die Prämisse einer gelungen "Verknüpfung von Dorf- und Historienroman" löst das Buch für ihn nicht ein.
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