Seit 2400 Jahren schreiben Philosophen gerne Dialoge. Vittorio Hösle versucht eine Analyse dieser literarischen Gattung, ihrer Gesetze und Möglichkeiten. Seine poetologisch-hermeneutische Studie stützt sich auf zahlreiche Texte von der Antike bis zur Gegenwart und wirft zudem Licht auf die Ästhetik, Ethik und Logik des Gesprächs.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2006
Vittorio Hösles Studie brilliere nicht nur mit Sachkenntnis, freut sich Rezensent Reinhard Brandt, sie zeige darüber hinaus "philologischen Enthusiasmus" und sei nicht zuletzt gut geschrieben. En passant habe der Autor auch veritable Monografien zu seinen vier Hauptphilosophen Platon, Cicero, Hume und Diderot geschrieben. Bemerkenswert in dieser Galerie, meint der Rezensent, sei einzig Diderot, da er eher als Anthropologe denn als Philosoph von Interesse sei. Aus einer Bemerkung des Autors könne man allerdings auf eine gleichartige Einschätzung schließen. Im Übrigen bewege sich Vittorio Hösle immer auf der Höhe des aktuellen Forschungsstands, ohne sich in Einzelheiten zu verlieren. Großes Lob erhalten Autor und Verlag für viele Zitate in den Originalsprachen, die wiederum leider oft nicht übersetzt seien. Zu guter letzt erwähnt der Rezensent noch die beiden überaus hilfreichen und genauen Register zu Personen und Quellen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.07.2006
Durchaus zufrieden ist Johan Schloemann mit Vittorio Hösles Werk über den philosophischen Dialog. Den ganz großen Wurf sieht er darin freilich nicht. Beeindruckt zeigt er sich von der erstaunlichen Gelehrt- und Belesenheit des Autors. Diese ist seiner Ansicht nach auch für eine der Stärken des Buchs verantwortlich, nämlich dem Leser das Gefühl zu vermitteln, mit den "Großen der Philosophie" in einem "überzeitlichen Gespräch" zu stehen. Schloemann hebt das Kapitel über die Geschichte des philosophischen Dialogs hervor, das zahlreiche anregende Beobachtungen parat hält. Kritisch äußert er sich über Hösles Erklärungen der Krise des philosophischen Dialogs seit dem 19. Jahrhunderts. Hier vermisst er vor allem eine Analyse der gegenseitigen Wechselwirklungen von Geistesgeschichte, Literatur und gesellschaftlichem Wandel. Zudem scheint ihm das Buch so vollgestopft mit Wissen, dass die Lektüre nicht immer die reine Freude ist. Eines bescheinigt er dem Werk allerdings auf jeden Fall: dass es Lust macht auf die Lektüre der "wunderbaren Texte, von denen es handelt".
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