Volha Hapeyeva legt ein ebenso poetisches wie persönliches und politisches "Wörterbuch" über ihre Nomadenjahre zwischen Belarus, Deutschland, Kreta und Japan vor. Einzelne, vermeintlich unscheinbare Wörter sind der Ausgangspunkt und öffnen ganze Denk- und Erfahrungswelten. So ist der gedankliche Weg von "sad" (Ziergarten) und "harod" (Nutz- oder Gemüsegarten) zum Garten Eden, zu Stadt- und Staatsgrenzen nicht weit - und schon stehen wir vor den Fragen: Wie frei sind wir wirklich in der globalisierten Welt? Und wie sehr entscheidet der richtige oder falsche Pass über einen Teil unseres Lebens?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 01.04.2026
Rezensentin Lara Sielmann liest Volha Hapeyevas Buch insgesamt gern. Hapeyeva, die seit 2020 nicht mehr in ihrer weißrussischen Heimat lebt, sondern dank wechselnden Stipendien in Deutschland und Österreich, denkt hier über Nomadentum nach. Ihr Text beschäftigt sich mit ihrem eigenen Lebensweg und rückt mithilfe von feministischer Theorie patriarchaler Unterdrückung zu Leibe, die Hapeyeva mit der Situation in ihrem Heimatland in Verbindung bringt. Vor allem jedoch beschäftigt sich die Autorin mit der sprachlichen Seite des Nomadentums und überlegt, wie Sprache und Identität zusammenhängen. Sielmann geht da gerne mit - und ist umso irritierter über eine Passage, in der Hapeyeva argumentiert, dass Frauen sich nur deshalb für eine Transidentität entscheiden, weil das Patriarchat sie dazu drängt. Sielmann sieht das anders, zieht aber gleichwohl insgesamt ein klar positives Fazit.
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