Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.03.2001
Christoph Funke führt den Autor als unkonventionellen Literaturwissenschaftler ein, den es "vom Katheder weg zum Theater zieht". Ihn faszinierten die toten Dinge, die widerständigen Objekte, die auf der Bühne und in den Texten ein Eigenleben führten: Desdemonas Taschentuch oder der "zerbrochene Krug" etwa, Woyzecks Messer und Penthesileas Bogen. Indem der Autor den verborgenen Beziehungen zwischen den Spielern und den Gegenständen nachspürt, arrangiert er oder - um mit Funke zu reden - inszeniert er die Stücke quasi neu. Wer sich als Leser auf dieses Spiel einlasse, erfahre eine Menge, meint Funke, etwa über die besondere Funktion von Briefen bei Shakespeare und Racine. Außerdem gelte die Liebe dieses Professors nicht nur der hohen Theaterkunst, sondern auch dem Musiktheater, dabei besonders dem heiteren Genre. Auch diesbezüglich erweise sich Klotz als eigenwilliger Beobachter, für den das Bühnengeschehen kein fertiges Kunstprodukt sei.
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