"Weder Geld noch Kleider will ich von dir, von jetzt an nenne ich nur noch einen Vater, den im Himmel!" Mit diesen Worten entsagte der aus einer wohlhabenden Familie stammende Giovanni Battista Bernardone, genannt Franz von Assisi (1181/82-1226), dem Besitz, lebte von da an ein Leben in Armut, stets darauf bedacht, Gutes zu tun und in der Nachfolge Jesu zu leben. Der zunächst als Sonderling Abgetane wurde zum Gründer eines der bedeutsamsten Orden des Mittelalters, aus dem viele große Gelehrte stammten.
Der Kirchenhistoriker Volker Leppin nähert sich Franziskus aus neuer Perspektive: Er rückt die verschiedenen Beziehungsgefüge in den Vordergrund und verabschiedet sich vom Rahmen reiner Chronologie. Franziskus' Beziehungen sind von Konflikten mit der Familie, der Gesellschaft und der Kirche geprägt, aber auch von der Fähigkeit, andere für sein Tun zu begeistern.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.01.2019
Roland Kany hält die Franziskus-Biografie des Kirchenhistorikers Volker Leppin für angenehm. Dass der Autor einen Menschen in all seiner Widersprüchlichkeit zeigt, gehört laut Kany zwar längst zum guten Ton der Biografen, doch wie kritisch Leppin die Quellen befragt, Themen prüft, um dann die historische oder psychologische Wahrheit zu erkunden, findet Kany bemerkenswert, wenngleich methodisch gewagt. Keine absolut neuen Erkenntnisse hebt der Autor auf diese Art, zu keiner Gewissheit kommt er, räumt der Rezensent ein, aber dem eigenwilligen Menschenkenner Franziskus, der mit dem Christentum haderte, wird er damit gerecht, findet er.
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