"Ich lehne es ab, mich von der Angst besiegen zu lassen." Boualem Sansal Schreiben ist seine Art zu kämpfen, dabei steht der Friedenspreisträger Boualem Sansal eigentlich für Dialog und Verständigung. Trotzdem warnt er eindringlich vor den Gefahren des Islamismus. In seinem Essay beschreibt der algerische Schriftsteller voller Leidenschaft, immer sachlich und ohne Vorurteile zu schüren, die prägenden Epochen des Islam und erläutert seine unterschiedlichen Strömungen. Er erklärt, warum der radikale Islam heute so an Boden gewinnt und nimmt dabei auch den Westen in die Verantwortung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.01.2014
Zum Verständnis des Problems des Islamismus taugt dieser Essay von Boualem Sansal laut Joseph Croitoru leider nicht. Der Rezensent begegnet hier nur überholten Befürchtungen und Betrachtungen, die er freundlich als plakativ, weniger freundlich jedoch als verschwörungstheoretisch bezeichnen muss. Wenn Sansal den Islamismus etwa als weltweit agierenden Körper begreift und der arabischen Welt Passivität vorwirft, fragt sich Croitoru, ob der Autor die mannigfachen Gegenstimmen muslimischer Publizisten nicht hören will oder schlicht nicht kennt.
Der algerische Schriftsteller Boualem Sansal hat unter dem Titel "Allahs Narren" eine Streitschrift herausgegeben, in der er den Islamismus und die autoritäre Militärregierung seiner Heimat gleichermaßen angreift und kritisch die Entwicklung Revue passieren lässt, die zu der aktuellen Lage geführt hat, berichtet Aya Bach, die den Autor auf einer Lesereise in Deutschland traf. Sansal fordert von allen Intellektuellen den aktiven Einsatz für eine demokratische, aufgeklärte Gesellschaft. Dazu gehöre es auch, religiöse Vorstellungen zu kritisieren, die mit der Idee einer staatlichen Grundordnung nicht vereinbar sind, referiert die Rezensentin. Eins steht für sie am Ende fest: Für Sansal ist eine Vereinbarung von Islam und Demokratie möglich: bei der Katholischen Kirche hat das am Ende schließlich auch geklappt.
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