Klappentext

Mit einem Vorwort von Asfa Wossen-Asserate. 17 Jahre war der deutsche Diplomat Volker Seitz auf Posten in Afrika. Vor Ort konnte er beobachten, wie wenig zielführend die praktizierte Entwicklungshilfe ist, wie wenig Hilfe zur Selbsthilfe sie bietet. Er plädiert dafür, auf bombastische Konferenzen zu verzichten, den Geldfluss zu kontrollieren, den Machtmissbrauch der Herrschaftscliquen mit Konsequenzen zu belegen und auf die Afrikaner und Afrikanerinnen zu hören, die wissen, was für ihren an Ressourcen reichen Kontinent gut ist. Statt eine Helferindustrie mit bürokratischen, intransparenten Strukturen aufrechtzuerhalten, an der viele gut verdienen, muss der Aufbau eines kompetenten, unbestechlichen, den Interessen der Bevölkerung dienenden Staatsapparats unterstützt werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2019

Mit großem Interesse hat Rezensent Philip Plickert dieses "faktenreiche" Buch des Diplomaten Volker Seitz gelesen, das ihm in einer erweiterten Neuauflage vorliegt. Dass Afrikas Armut nicht abnimmt, dafür mache Seitz vor allem zwei Gruppen verantwortlich: korrupte afrikanische Herrscher und ihre Günstlinge sowie eine westliche Entwicklungshilfe, die die diese Oberschicht noch finanziell mästet (wenn auch oft unfreiwillig) und gleichzeitig selbst eine riesige Helferindustrie aufgebaut hat, die recht fürstlich lebt. An einer Qualitätskontrolle oder Überwachung der Wirksamkeit ausgegebener Gelder - allein der deutsche Entwicklungs-Etat beträgt zehn Milliarden Euro, erfahren wir - hat keine dieser beiden Gruppen ein echtes Interesse. Die Vorschläge des Diplomaten zur Verbesserung der Situation scheinen dem Rezensenten daher einzuleuchten: Weniger Entwicklungshilfe, dafür mehr private Institutionen und Programme zur Stärkung der Gerichtsbarkeit und Bekämpfung der Korruption. Hilfe zur Selbsthilfe sollte laut Seitz das Motto sein. Nur beim Geld für Bildung will er nicht sparen, so der zustimmende Rezensent.
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