Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.11.2001
Zur sudetendeutschen Geschichte bespricht Alena Wagnerova die Neuerscheinung "Die Sudetendeutschen im NS-Staat 1938-1945" von Volker Zimmermann. Diese Monografie, die bereits ins Tschechische übersetzt worden sei, leistet ein Stück "Versöhnungsarbeit", lobt Wagnerova. Erstmals sei hier umfassend die Geschichte der nach dem Münchner Abkommen ans Dritte Reich abgetretenen tschechoslowakischen Grenzgebiete behandelt. Zimmermann habe damit "Neuland" erschlossen, denn bisher pflegte die sudetendeutsche Historiographie diesen Teil der Geschichte zu überspringen und sich statt dessen der Vertreibung zu widmen. Die wesentlichen Fragen, die im Untertitel anklingen, seien die nach der in dieser Region praktizierten NS-Politik und der Stimmung der Bevölkerung während des Krieges. In mehreren Kapiteln widme Zimmermann sich unter anderem der politischen Gleichschaltung, der wirtschaftlichen und sozialen Folgen, den Konflikten zwischen Sudeten- und Reichsdeutschen, der Situation der tschechischen Minderheit sowie dem sudetendeutschen und tschechischen Widerstand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.08.2000
"Eine mühevolle, meist triste Lektüre", befindet Rezensent Friedrich Prinz gleich zu Anfang, biete dieses Buch. Jedoch: "es bringt wichtige Ergebnisse", an denen keine Forschung über böhmische oder sudetendeutsche Geschichte mehr vorbeigehen könne. In seiner Diskussion des Buches zieht Prinz immer wieder ein anderes Standardwerk zu diesem Thema als Vergleich heran, Ralf Gebels Studie über Konrad Henlein und den "Reichsgau Sudetenland" nämlich. Zimmermanns Buch biete "den differenzierten Unterbau zum Thema", Gebel hingegen den politischen Überbau. Beide Bücher zeichneten sich durch solide Quellennähe aus. Prinz diskutiert einige Punkte von Zimmermanns Buch, manchmal mit leisem Dissens im Ton, besonders was Zimmermanns Einschätzung des tschechischen Widerstandspotentials betrifft. Die Abschnitte des Buches, die sich mit dem Terror des Regimes gegen die eigene Bevölkerung in den letzten Kriegsmonaten befassen, bildeten "ein erschreckendes Finale". Weniger eindrucksvoll fand der Rezensent allerdings die Einblicke in Interna zwischen Reichbehörde und Gauleitung. Da sei dann Gebel doch subtiler.
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