Herausgegeben und mit einem Nachwort von Detlef Schöttker. Walter Benjamin hat früh erkannt, dass technische Medien die künstlerischen Darstellungsweisen und die alltäglichen Erfahrungsformen verändern. Seit den zwanziger Jahren sind zahlreiche Texte zum Zusammenhang von Medienentwicklung, Kunstproduktion und Wahrnehmungswandel entstanden, die die Medienästhetik als eigenen Bereich der Ästhetik und Kunstwissenschaft begründet haben. Die zwischen 1925 und 1940 entstandenen Arbeiten üben seit ihrer Wiederentdeckung nachhaltigen Einfluss auf die kunst- und medientheoretischen Debatten aus. Sie werden hier, gegliedert nach Medienkomplexen, erstmals gesammelt vorgelegt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 06.03.2003
In ihrer Sammelbesprechung von Anthologien zur Medientheorie verliert Rezensentin Julia Encke leider nur einige wenige Worte über diesen Band mit Benjamins medienästhetischen Schriften. Der Herausgeber Detlev Schöttker hat darin die Beiträge aus dem Werk Benjamins versammelt, die sich in irgendeiner Form mit den verschiedenen Medien beschäftigen, erklärt Encke, ohne dabei Vollständigkeit anzustreben. Positiv hebt sie das informative Nachwort hervor, in dem der Herausgeber die Rezeptionsgeschichte dieser Texte nachzeichnet, deren Linie sich von Enzensberger über Baudrillard bis zu Virilio zieht.
Vor kurzem habe der Theaterkritiker Bernd C. Sucher eine Debatte über den häufigen Gebrauch des Mediums Film im Theater angeregt, erzählt Franz Schuh und zieht direkt eine Parallele zu jenem Aufsatz von Walter Benjamin aus dem Jahr 1932, der "Theater und Rundfunk" übertitelt ist und den Untertitel "Zur gegenseitigen Kontrolle ihrer Erziehungsarbeit" trägt. Dass die verschiedenen Disziplinen einander "erziehen", hört sich zwar zunächst erschreckend an, gibt Schuh zu, bekomme aber eine neue Dimension, wenn man sich das Vokabular von damals in den Techno-Jargon von heute übersetze. Das Erzieherische meinte schlicht im Brechtschen Sinn, behauptet Schuh, dass man die Theaterarbeit auch im Rundfunk einsetzen konnte, das heißt, dass die Medien "kompatibel" waren, wie man heute sagen würde. Benjamin gewann den neuen Medien eine soziale Qualität ab, die es zu nutzen gelte; dennoch gelang ihm die Rechtfertigung des "lebendigen" Mediums Theater nicht ohne Mühe, gibt Schuh zu. Bei Benjamin sei nachzulesen, wie sich solche Debatten auch heute konstruktiv führen lassen.
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