Robert Musils Mann ohne Eigenschaften gehört zu den gewaltigsten Werken der Weltliteratur: circa 1000 Seiten umfasst die zu Lebzeiten des Autors erschienene Ausgabe; Musils Nachlass aber enthält zum Roman mehr als 6000 Manuskriptseiten. Niemand weiß dies besser als Walter Fanta, der seit Jahren im Auftrag des Robert-Musil-Instituts eben diesen Nachlass betreut. Gemeinsam mit der Regisseurin Bernadette Sonnenbichler hat er nun den Mann ohne Eigenschaften in Form eines Drehbuches in eine radikale Kurzfassung gebracht und in die Jetztzeit transferiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.07.2006
Ausgesprochen freudig hat Rezensentin Andrea Gnam diese Übertragung von Robert Musils epochalem Roman zur Kenntnis genommen. Nicht nur inhaltlich, sondern auch formal ist dem Autorenduo aus ihrer Sicht da nämlich etwas ausgesprochen Originelles gelungen. Das im Titel enthaltene Update fand die Rezensentin formal in der Wahl des Erzählformats, dem Drehbuch, umgesetzt. Inhaltlich wurde aus Musils Kakanien die heutige EU. Auch verschiedene Figurenanpassungen an heutige Verhältnisse findet Gnam großartig gelungen, was die Lektüre für sie, wie man dem Ton ihrer Rezension entnehmen kann, nicht nur intellektuell sondern insgesamt zu einem außerordentlichen Vergnügen macht. Lediglich Protagonist Ulrich ist für ihren Geschmack "etwas zu fade" geraten, doch was solle man von einem "Mann ohne Eigenschaften" auch anderes erwarten.
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