Die Geschichte der deutschen Autos der 1950er Jahre ist auch eine Kulturgeschichte der zwei jungen deutschen Staaten. Walter Hönscheidt, der diese Zeit selbst erlebt hat, hat sie nun dokumentiert.
In den frühen Fünfzigern fanden die Menschen in der jungen Bundesrepublik und der jungen DDR langsam zu sich. Die schlimmsten Zeiten waren vorüber, fast alle hatten wieder ein festes Dach über dem Kopf, ausreichend zu essen und Arbeit. An ein Auto war für die meisten Deutschen damals aber freilich noch nicht zu denken. Umso spannender, wenn man mal eines sah - eines Tages würde man sich so etwas bestimmt auch leisten können!
Walter Hönscheidt, selbst ein Kind der Zeit, erzählt die Geschichte der 1950er Jahre aus der Perspektive eines leidenschaftlichen Autofans: Er verknüpft die Geschichte der Wirtschaftswunderjahre unmittelbar mit der Geschichte der Autos der 1950er Jahre. Dabei kann er nicht nur seine direkten Erinnerungen an diese Zeit, sondern auch noch viele eigene Fotografien von Autos der 50er Jahre und Szenerien rund um diese Autos beisteuern.
"Wirtschaftswunderwagen" verbindet das Erscheinen neuer Modelle unmittelbar mit gesellschaftlichen und politischen Ereignissen und stellt eine Verbindung her, die uns heute logisch erscheint: das Auto als nicht mehr wegzudenkender Teil unseres Lebens.
Unter anderem mit diesen Autos: Lloyd LP 300, Alfa Romeo 1900, Porsche 356, Mercedes-Benz 300, Ford Thunderbird, Citroën DS, Opel Rekord, Wartburg 311, Messerschmitt Tg 500, VW Käfer
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 16.03.2017
Rezensent "hdt" staunt über den belebenden Effekt der Kombination von Geschichte und Auto in Walter Hönscheidts Buch. Die 50er Jahre, wie sie bei Hönscheidt auferstehen, erscheinen dem Rezensenten faszinierend, da der Autor mit Bildern und Kontextualisierungen seine Erinnerung anfeuert. Dass die PS-Werte in den Hintergrund treten, wenn der Autor von Vergaserschmuggel in der DDR und von Ferdinand Porsches Engagement für Renault berichtet, findet "hdt" angemessen. Eine automobile Zeitgeschichte nach seinem Geschmack.
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