Die großen Linien dieses Studienbuchs stellen die wirtschaftlichen Problemlagen Inflation und Deflation dar. Unter den Bedingungen des Protektionismus führten sie direkt in die Banken-, schließlich in die Produktions- und Systemkrise. Strukturen, Abläufe und Prozesse werden durch sachlogische Vernetzung und mit Quellen fundiert verständlich aufbereitet. Die Weimarer Republik kann nicht ohne ihre Wirtschaftsgeschichte verstanden werden. Ihre Bürger erlebten alle denkbaren, seinerzeit noch nicht einmal vollständig erklärbaren Wirtschaftslagen, wie die Hyperinflation zu Beginn, die katastrophale Deflation zu Ende der Republik oder verstärkte Rationalisierungsanstrengungen bei gestörten internationalen Handelsbeziehungen, welche wiederum den Transfer der Reparationen erschwerten. Weil sich die Wirtschaft so weitestgehend krisenhaft entwickelte, blieb die Legitimierung der demokratisch-republikanischen Staatsform von dieser Seite aus; zugleich war auch die Leistungsfähigkeit des verfassungsrechtlich verankerten Sozialstaates in Frage gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.09.2025
Im Rahmen einer Sammelbesprechung kommt Rezensent Andreas Wirsching eher kurz auf Heike Knortz' Buch über die Wirtschaftsgeschichte im Deutschland der Weimarer Republik zu sprechen. Knortz behandelt Themen wie Inflation und Konjunkturschwäche und zeigt auf, dass politischer Radikalismus, auch wenn er sich nicht direkt aus ökonomischen Faktoren ableiten lässt, doch einiges zu tun hat mit dem wirtschaftlichen Umfeld, konkret etwa der Weltwirtschaftskrise. In diesem Sinne versteht die Autorin ihre Studie auch als ein Fallbeispiel, das für die Gegenwart und ihre Krisen relevant ist, da im Blick zurück Erkenntnisse über Zusammenhänge zum Beispiel zwischen Staat und Wirtschaft gewonnen werden können. Wirsching hält eine solche Denkart ebenfalls für zielführend.
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