Wendy Northcutt

Die Darwin Awards für die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen

Cover: Die Darwin Awards für die skurrilsten Arten, zu Tode zu kommen
Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2001
ISBN 9783455093445
Gebunden, 270 Seiten, 15,29 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Almuth Dittmar-Kolb. Mit Illustrationen von Rattelschneck. Die meisten Menschen wissen instinktiv, dass es keine gute Idee ist, mit einem Feuerzeug ins Innere eines Benzintanks zu leuchten, um den Pegelstand zu kontrollieren. "Darwin Award"-Gewinner wissen das nicht. Sie verfügen über so wenig gesunden Menschenverstand, dass sie unfähig sind, die Gefahren der modernen Welt zu meistern, selbst wenn diese offensichtlich sind. Diese tollkühnen Draufgänger werden seit einigen Jahren von einer Jury mit einem Preis, dem nach Charles Darwin benannten "Darwin Award", ausgezeichnet. Der Nominierung und Verleihung würdig befunden werden all jene, die es schaffen, sich mit Zielstrebigkeit, Opferwillen und spektakulären Mitteln selbst aus dem Genpool der Gemeinschaft zu eliminieren. Durch ihr aktives, wenn auch ungeplantes Ausscheiden sichern sie langfristig das Überleben des Homo sapiens.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 02.02.2002

Überaus kritisch bespricht Ulrich Kühne dieses Buch zu den Darwin Awards, die für skurrile und selbstverschuldete Todesfälle verliehen werden. Dem Rezensenten fehlt jegliches Verständnis für diesen geschmacklosen Award, der aus einem pseudowissenschaftlichen Irrtum heraus entstanden sei. Die Annahme, dass jemandem Ehre gebührt, der den menschlichen Genpool von seinen Dummheit prägenden Genen befreie, sei schlicht unhaltbar, da man nicht durch eine verquere Wissenschaft auf Werte schließen könne. Insofern sei der Darwin Award nichts weiter als ein Ausdruck des "pubertierenden Gemüts" derer, die am Unglück der anderen ihre Sensationsgier befriedigen und ein "unbeholfener Versuch, vom Unglück der anderen zu lernen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2001

Thomas Fischer bewertet die vorliegende Lektüre als teils "sehr vergnüglich", teils geschmacklos. Die Autorin schreibt über "meist tödliche Dummheiten unserer Mitmenschen" und verleiht diesen symbolisch einen "Darwin Award", fasst Fischer zusammen. Kostproben liefert der Rezensent reichlich: Ein Vater forderte angeblich seinen Sohn im Streit auf, ihn zu erstechen, "was dieser auch prompt tut". Ein Pärchen beklagte sich beim Arzt angeblich über Kinderlosigkeit, und wurde von diesem aufgeklärt, dass sie doch "Geschlechtsverkehr ausüben" müssten. Solche "Histörchen" versieht die Autorin mit einem "biologistischem Überbau", in dem sie von "minderwertigen Genen" der beschriebenen Trottel schreibt, erklärt der Rezensent, der sich gleichzeitig fragt, ob das wohl ernst gemeint ist. Die Überlegungen der Autorin zur Preisverleihung an "katholische Priester sowie Schwule", weil sie ohnehin nicht zur Fortpflanzung beitrügen, findet der Rezensent jedenfalls schlicht geschmacklos. Auch vermisst er Quellenhinweise, ob sich die vorgetragenen Anekdoten tatsächlich ereignet haben. Schließlich rügt Fischer noch die schlechte Übersetzung, die mit Anglizismen überladen sei.
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