In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts war der in Wismar geborene Gelehrte eine der prägenden Figuren. Mit Heinrich von Kleist inspizierte er 1809 die Leichenberge auf dem Schlachtfeld von Aspern und mit den Brüdern Grimm verband ihn eine enge Freundschaft. Er war einer der Väter der Paulskirchenverfassung von 1848 und gehörte zu der Delegation, die dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. die deutsche Kaiserkrone anbot. Nicht zuletzt zählt ihn die deutsche Politikwissenschaft zu ihren Gründern. In seiner Biografie spürt Wilhelm Bleek dem Wechselverhältnis von akademischer Gelehrsamkeit, sittlichen Überzeugungen und politischem Engagement in Dahlmanns Wirken nach und lässt die familiären, freundschaftlichen und räumlichen Lebensumstände eines deutschen Gelehrten zwischen Revolution und Restauration wieder aufleben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2011
Wilhelm Bleeks akribischer Fleiß und unerschütterlicher Ernst bei der Darstellung der Biografie des Staatskundlers Friedrich Christoph Dahlmann hat Hannelore Schlaffer einiges an Geduld und Konzentration abverlangt. Minutiös lege der Historiker das politische und wissenschaftliche Leben Dahlmanns dar, der als einer der "Göttinger Sieben" in die Geschichte einging, und zeichne auch gründlich den historischen Kontext nach, würdigt die Rezensentin. Die Person Dahlmann bleibt dafür in ihren Augen schemenhaft und selten findet der Leser in dieser Lebensbeschreibung etwas Unterhaltendes, muss sie einräumen. Vielleicht aber entspricht das am ehesten dem Staatskundler, der selbst vor allem seine politische Wirkung betonte, mutmaßt die Rezensentin, die sich durch diesen "strengen Geschichtsunterricht", so liest man zwischen den Zeilen, ziemlich hindurchkämpfen musste. Trotzdem ist sie überzeugt, dass Bleek für seine Gründlichkeit die Dankbarkeit eines jeden "wahren Historikers" sicher ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2010
Über den Verfassungsrechtler Friedrich Christoph Dahlmann, diesen "querköpfigen Liberalen", weiß Michael Stolleis, eine ganze Menge. Wahrscheinlich hat er sein Wissen sogar aus dieser für ihn überfälligen "umfassenden" Biografie des Politikwissenschaftlers Wilhelm Bleek. Dankbar ist er jedenfalls. Schon weil die alten Darstellungen zu Dahlmann veraltet sind. Der Lebenslinie folgend und mit Wärme, so lässt uns Stolleis wissen, gelingt es dem Autor den politischen Menschen Dahlmann wieder zum Leben zu erwecken und einen bedeutenden Teil deutscher Verfassungs- und und Rechtsgeschichte in Erinnerung zu rufen.
Mit großer Freude hat der Berliner Germanist Steffen Martus diese Biografie des Friedrich Christoph Dahlmann gelesen, der für ihn als Prototyp des politischen Professors in die Geschichte eingegangen ist. Dahlmann war der federführende der "Göttinger Sieben", jener Professoren, die beim König von Hannover gegen die Abschaffung der Verfassung protestierten und damit zu Galionsfiguren der deutschen Demokratiebestrebungen wurden. Bemerkenswert auch der akademische Werdegang Dahlmanns, der als Altphilologe angefangen hat, später aber Verfassungsrecht lehrte. Sehr wahrscheinlich findet Rezensent Martus auch, wie Dahlmann von seinem Biografen Wilhelm Bleek gezeichnet wird: als unnachgiebig und kompromisslos und rechthaberisch, aber eben auch standfest, treu und aufrichtig. Bleeks Buch lobt Martus als "verlässlich und engagiert".
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