Dieter Müller

Friedrich Gottfried Leue (1801 bis 1872)

Ein liberaler Justizreformer der Paulskirchenzeit
Cover: Friedrich Gottfried Leue (1801 bis 1872)
Nomos Verlag, Baden-Baden 2000
ISBN 9783789065057
Broschiert, 325 Seiten, 50,11 EUR

Klappentext

Der Salzwedeler Jurist Friedrich Gottfried Leue hatte eine glanzvolle Karriere in der preußischen Justiz vor sich. Sein steiler Aufstieg bis zum Oberprokurator wurde erst durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. auf Wunsch seines Justizministers jäh beendet. Leue war als Schriftsteller zu kritisch gegenüber dem preußischen Staat gewesen und damit zu einer politischen Gefahr geworden. Er wurde kalt gestellt und angeklagt. Dieser Versuch der preußischen Obrigkeit, einen im rheinischen Volk beliebten Juristen zu maßregeln, mißlang gründlich. Leue wurde freigesprochen und stand am Wendepunkt seines Lebens. Getragen von der öffentlichen Meinung war der Politiker und Abgeordnete Leue geboren, der in vier Parlamenten engagiert wirkte und als juristischer Schriftsteller Karriere machte. Müller würdigt mit seiner anregenden und auch für den akademisch nicht vorgebildeten Leser überaus lesenswerten Biographie einen heute zu Unrecht vergessenen herausragenden Juristen und Parlamentarier des 19. Jahrhunderts. Zugleich wirft er ein Licht auf die politischen Grundbedingungen im damaligen Preußen, das die von Leue verkörperten Werte nicht zu schätzen wußte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.08.2000

Michael Stolleis findet es ja recht verdienstvoll, dass der Autor sich hier um einen Politiker bemüht, der unter den geschichtlich bedeutsamen Gestalten eher "in der zweiten Reihe" steht. Aber diese Biografie ist ihm doch zu detailverliebt. Er vermisst eine gewisse Distanz des Autors zu seinem Helden. Spöttisch vermerkt Stolleis, dass der Autor lobe, wo er nur könne und regelrecht "betrübt" sei, wenn Leue eine Charakterschwäche offenbart: Der streitbare Jurist und Politiker, energischer Vertreter des rheinischen Liberalismus, hatte die Mutter seines unehelichen Kindes verlassen, um seine Karriere nicht zu gefährden. Unangenehm stößt Stolleis auch der "vor Bedeutsamkeit ganz geschwollene" Ton Müllers auf, hinter dem er eine "Unschärfe des Zugriffs" erkennt.

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