Aus dem Niederländischen von Helga van Beuningen und Barbara Heller. Wer in den Niederlanden promoviert, bekommt diesen Klassiker geschenkt - als Warnung. Doch welch ein Vergnügen! Als Roef Dingelam, Professor der Chemie an einer Provinzuniversität in Hollands flachem Norden, eines Samstagmorgens ein Telegramm erhält, kann er es kaum glauben: Er, der neue Nobelpreisträger für Chemie! Es dauert nicht lange, da steht sein beschauliches Leben kopf. Als die Missgunst der engstirnigen Kollegen schließlich groteske Züge annimmt, bleibt Roef Dingelam nur ein einziger Ausweg: die Flucht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.03.2017
Rezensent Wolfgang Schneider geht Willem Frederik Hermans auf dessen Groninger Lehrzeit zurückzielende Campussatire und Professorenschelte nicht weit genug. Vielleicht liegt es daran, dass Hermans den Roman bereits 1975 veröffentlicht hat und wir uns mit den zweifelhaften Zuständen an den Universitäten, mit Postenschacherei, Anpassung und intellektueller Mittelmäßigkeit längst arrangiert haben, mutmaßt Schneider. Den Text, der möglicherweise als Schlüsselroman gedacht war, wie der Rezensent glaubt, findet er trotz witziger Passagen jedenfalls zahnlos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Willem Frederik Hermans war ein Misanthrop, der die Welt für eine Hölle hielt. Aber er war auch ein begnadeter Satiriker und in diesem Roman um einen älteren Geologieprofessor, der den Nobelpreis gewinnt, zeigt sich Hermans auf dem Höhepunkt seiner Kunst, freut sich Rezensentin Kristina Maidt-Zinke. So unkorrekt wie man in den Siebzigern nur sein konnte, zielt Hermans auf das akademische Milieu jener Zeit auf, seine Spießigkeit, seine Intrigen- und Klatschsucht. Das hat gelegentlich Längen, aber alles in allem hat sich die Rezensentin prächtig amüsiert.
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