Von den überseeischen Siedlergesellschaften der Europäer gelang es zuerst einem Teil der britischen Kolonien in Nordamerika, sich gewaltsam die staatliche Unabhängigkeit zu erkämpfen. Die 1776 ausgerufene Republik war im Bewusstsein der politischen Elite von Anfang an auf Expansion bis zum Pazifik angelegt. Mit dem Sieg über Spanien 1898 waren die USA dann bereits eine der vor allem um globale wirtschaftliche Dominanz rivalisierenden Weltmächte geworden. Dieser faszinierende Aufstieg von einer Kleinstkolonie 1607 am Rande des von den Eingeborenen beherrschten "Virginia" zur um 1900 größten Industriemacht wird in acht Phasen bzw. Themen skizziert: die Kolonialzeit, die Amerikanische Revolution und Nationalstaatsgründung, die Ausdehnung des Staatsgebiets nach Westen durch Migration und Militärgewalt ab 1789, die Südstaaten und die Sklaverei, der Sezessionskrieg, die Hochindustrialisierung, die sozialen Probleme der Industrie- und Einwanderergesellschaft, und schließlich der Schritt der USA von der kontinentalen Expansion zum überseeischen Imperialismus. In jedem der Zeitabschnitte steht zwar die nationale Politikgeschichte im Vordergrund, sie wird jedoch zu den gleichzeitigen sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklungen in Beziehung gesetzt. Im Literaturteil finden sich auch zahlreiche Internetadressen, derer sich Historiker in den USA auf der Suche nach Bibliotheksbeständen, neuester Fachliteratur und Quellenpublikationen bedienen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.05.2001
Louis Gerber ist sehr angetan von diesem zweibändigen Werk über die amerikanische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er attestiert dem Autor, "kompetent in die Materie" einzuführen und sowohl für Studenten als auch für interessierte Laien Orientierung zu bieten. Besonders lobenswert findet er das Bemühen des Autors, neben groben Überblicken auch in interessante Detail Einblick zu verschaffen und dabei die Forschungslage nicht außer Acht zu lassen. Der Rezensent preist die vielen "Anregungen", die die beiden Bände bieten und zur weiteren Beschäftigung mit der Materie einladen und meint, dass es sich bei ihnen um ein "kritisches Standardwert" handelt, dem er viele Neuauflagen wünscht.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2000
Die Geschichte der USA in zwei Bänden ("Die USA vor 1900" und "Die USA im 20. Jahrhundert") ist aufgeteilt in "narrative Darstellung", "Diskussion des Forschungsstandes" und "selektive Bibliografie". Ungewöhnlich, aber - so der Rezensent Urs Bitterli - für Leser nur eines Bandes durchaus sinnvoll: die grundlegenden Kapitel zu den "großen Themen" gibt es in beiden Bänden in fast identischer Form. Der Schwerpunktsetzung des Autors stimmt Bitterli zu, ebenso vielen seiner Einschätzungen, etwa zur Bedeutung des außenpolitischen Engagements der USA. Gegen Ende lasse das Buch etwas nach, aber trotz einzelner Kritikpunkte - Redundanzen und mitunter verwirrende Strukturierung - hält er das neue Geschichtswerk für eine "imponierende Leistung".
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