William Dalrymple

Anarchie

Der verhängnisvolle Aufstieg der East India Company. 1600-1874
Cover: Anarchie
C.H. Beck Verlag, München 2026
ISBN 9783406834400
Gebunden, 597 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Cornelius Hartz. Mit 72 farbigen Abbildungen in 3 Tafelteilen und 3 Karten. Die East India Company: Die schmutzigen Geschäfte einer Welthandelsmacht Die British East India Company war der unrühmliche Vorreiter kolonialistischer Ausbeutung eines ganzen Subkontinents. Indien wurde im 17. und 18. Jahrhundert nicht etwa von einem anderen Staat unterworfen, sondern von einer gewinnorientierten Privatfirma mit Sitz in London. In einem großen historischen Panorama erzählt William Dalrymple den beispiellos blutigen Aufstieg der Company zur dominierenden Welthandelsmacht nach. Dabei berücksichtigt er zum ersten Mal auch die indische Perspektive und macht so diese Ursünde des britischen Kolonialismus in all ihrer Grausamkeit verständlich. Im Oktober 1764 besiegte die East India Company den jungen Mogulkaiser Shah Alam II. auf dem Schlachtfeld und setzte eine eigene Regierung ein, die über den indischen Subkontinent herrschte. Diese wurde von englischen Kaufleuten geführt und trieb mit Hilfe einer eigenen Armee Steuern ein. Von diesem Zeitpunkt an war die Company keine bloße Handelsfirma mehr, sondern wurde zur aggressiven Kolonialmacht. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte unterwarf sie dann fast ganz Indien südlich von Delhi und wurde zum unrühmlichen Vorreiter kolonialistischer Ausbeutung. Im glänzend erzählten Buch von William Dalrymple kommt nun auch die Perspektive der Moguln und Einheimischen zu ihrem Recht. Der Autor hat zahlreiche unveröffentlichte Quellen auf Urdu, Persisch und Punjabi ausgewertet und kann die dramatischen Ereignisse so auch durch die Augen der Beteiligten zum Leben erwecken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026

Rezensent Andreas Kilb freut sich über das Buch des schottischen Historikers William Dalrymple. Vor allem weil der Autor als Verwandter von Königin Camilla zwar die eurozentrische Perspektive kennen dürfte, aber den Blick dennoch weitet auf unveröffentlichte indische Quellen und seine eigenen Erfahrungen mit dem Leben in Indien. So wird das Buch über die britische Ostindien-Kompanie laut Kilb zur umfassenden Unternehmensgeschichte, die den unwahrscheinlichen Auftsieg der Kompanie, ihre Player und Konkurrenten en detail und mit viel Sinn für Dramatik vorstellt, aber eben ohne "Orientalismus"-Dünkel, wie Kilb versichert. So verwundert es Kilb auch nicht, dass der "wahre" Held im Text ein Sikh-Beamter im britischen Dienst ist.

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