Aus dem Englischen von Michael Bayer und Norbert Juraschetz. Englische Piraten in der Karibik, "Rotröcke" in den nordamerikanischen Kolonien, reiche "Nabobs" in Indien, fromme Missionare in Afrika, ans Ende der Welt verbannte Sträflinge in Australien, Marinesoldaten auf den Schiffen der Royal Navy - auch auf ihren Schultern ruhte das Weltreich, das Großbritannien ab dem 17. Jahrhundert im Dienste Ihrer Majestät errichtete. Auf seinem Höhepunkt um 1900 umfasste dieses riesige Gebilde ein Viertel der Menschen und der Landmasse der Erde. Doch wie gelang es den Briten überhaupt, ihr Empire aufzubauen? Wie beherrschten und verteidigten sie es fast 400 Jahre lang? Warum zerbrach es ausgerechnet im 20. Jahrhundert? Und was können andere Imperien daraus lernen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2013
John Darwins Geschichte des britischen Empires begeistert Benedikt Stuchtey durch Kürze, Eleganz, Gelehrtheit und eine souveräne thematische Gliederung. Den langen Leseratem, der über Kontinente und Jahrhunderte reicht, muss er allerdings mitbringen. Sodann entdeckt Darwins alles andere als lineare Erzählung dem Rezensenten die Interessen und Entscheidungsträger hinter der Schaffung des Empires und bietet ihm jenseits aller monolithischen Polemik eine differenzierte und differenzierende Sicht auf das Phänomen des Kolonialismus. Gerade bei letzterem zeigt laut Stuchtey das Buch seine Stärken.
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