Die evolutionäre Betrachtung zeigt, dass der Mensch von seinen elementarsten bis zu seinen höchsten Fähigkeiten kein Weltfremdling, sondern ein Weltwesen ist. Der Mensch steht nicht, wie in der Moderne angenommen, als einzigartiges Wesen dem Rest der Welt gegenüber, sondern ist ein von Grund auf welthaftes Wesen. Nicht homo humanus, sondern homo mundanus ist die zutreffende Bestimmung des Menschen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.02.2013
Beeindruckt zeigt sich Mario Schärli von Wolfgang Welschs Versuch, die anthrophische Denkform zu überwinden. Die Intention des Philosophen sieht er in der Etablierung eines Verständnisses des Menschen als "Weltwesen" oder "Homo mundanus". In seiner anspruchsvollen Besprechung des 1000-Seiten-Wälzers geht Schärli auf die zahlreichen Aspekte von Welschs Werk ein und widmet sich vor allem der evolutionären Anthropologie des Philosophen. Kritisch betrachtet er insbesondere die dominante Stellung des evolutionären Ansatzes bei Welch hinsichtlich seines Erklärungswerts für einen nicht durch den Menschen bedingten Weltzugang. Nichtsdestoweniger würdigt er Welschs Arbeit als "imposantes Projekt", das sich durch Originalität, Transparenz und Klarheit der Sprache auszeichnet und auf jeden Fall intellektuell stimulierend ist.
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