Die hier versammelten Studien beschäftigen sich mit historischen und systematischen Themen der praktischen Philosophie der Neuzeit und Gegenwart. Sie handeln unter anderem von der Hobbes-Rezeption bei Kant, Hegel und Carl Schmitt, von Hegels Kritik der Moralphilosophie, von Kelsens Aristoteles-Kritik, von Kants Geschlechtertheorie und Gemeinschaftsphilosophie, von Problemen der Strafbegründung, dem intrikaten Verhältnis von Macht und Moral und von Nietzsches und Foucaults Beitrag zu einer Philosophie der Lebenskunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.03.2011
Recht überraschend findet es der Rezensent Michael Pawlik, dass ausgerechnet der große Kant-Kenner Wolfgang Kersting in diesem Buch zu einer Verteidigung der Hegelschen Ethik gegen ihre kantianisch-universalistisch inspirierten Verächter ansetzt. Sehr wohl, insistiert Kersting, lasse sich auch - wenn nicht gerade - aus Hegels Sittlichkeitskonzeption heraus moralphilosophisch anspruchsvoll argumentieren. Die Ansicht, dass Hegels Position, wenn überhaupt, nur auf relativ moralkohärente vormoderne Gesellschaften anwendbar sei, widerlegt Kersting für die Begriffe des Rezensenten überaus überzeugend. Gerade angesichts häufiger - wenn freilich keineswegs der Normalzustand - gewordener "Ratlosigkeitszonen" sei die Abwägung im Spiel befindlicher Gesichtspunkte der Sittlichkeit hilfreicher als der Vernunftrigorismus, den Kant propagiert. Michael Pawlik zeigt sich sehr beeindruckt von diesem luziden Buch und hofft nun auf eine inspirierte Reaktion der Kant-Fraktion.
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