Der Peloponnesische Krieg (431-404 v. Chr.) war das bis dato größte militärische Kräftemessen der Weltgeschichte. Zu seinen Protagonisten gehörten Perikles, Thukydides und Alkibiades, zu seinen dramatischen Höhepunkten die Belagerung Athens und der Ausbruch der Pest, das Massaker von Plataiai, die skrupellose Vernichtung des neutralen Melos und die Katastrophen der athenischen Flotte vor Sizilien und am Hellespont. Der Althistoriker Wolfgang Will legt mit diesem Buch eine umfassende und aus den Quellen geschöpfte Darstellung des Konfliktes zwischen Sparta, Athen und ihren Verbündeten vor.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.04.2020
Rezensent Joachim Käppner freut sich an diesem Buch, das jenen Streit noch einmal aufnimmt, der im fast dreißig Jahre andauernden Peloponnesischen Krieg das Tyrannen-Regime Spartas gegen die athenische Demokraten siegen sah. Autor Wolfgang Will habe noch einmal die Quellen gelesen, Geschichtsschreiber wie Theaterschriftsteller, und schreibe seine Geschichte auch aus der Sicht derer, die den Krieg erlitten. Einer seiner Schwerpunkte ist zu zeigen, wie sich die Demokratie im Verlauf des Krieges selbst zerstörte und aus der demokratisch verfassten Polis ein sich durch imperiale Gelüste selbst untergrabender Oligarchen-Staat wurde, so Käppner. "Lebendig, mitunter fesselnd und immer anschaulich" erzählt der Althistoriker, so der überzeugte Rezensent, auch die Geschichte einer Seuche, die zum Unglück des Krieges noch hinzukam.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2019
Im Zentrum dieses Buches stehen nur vordergründig Krieg und Bürgerkrieg samt dem historischen Blick auf ihn, so Rezensent Clemens Klünemann. Das tatsächliche Interesse des Autors ist, die Bedrohung der Demokratie durch sie zu verdeutlichen, so der Kritiker, der selbst ein ausgewiesener Historiker ist. Ihn hat das mit Akribie dargestellte Modellhafte des Kampfes zweier antagonistisch sich gegenüber stehender Stadtstaaten beeindruckt - vom Beginn der Auseinandersetzungen durch Inszenierung eines Überfalls, über die Herstellung einer hegemonialen Beziehung gegenüber Vasallenstaaten bis zum Erlahmen der demokratischen Kraft durch immer weiter gehende Ausdehnung des Imperiums. Auch die den Bildern des Geschehens zu Grunde liegenden, verschiedenen Auffassungen von Geschichte und Geschichtsschreibung, die uns vom Autor gleichermaßen verabreicht werden, haben dem beeindruckten Kritiker außerordentlich gefallen. Was es allerdings mit der Grabrede des Perikles auf sich hat, die er mehrfach erwähnt, verstehen wohl nur die althistorisch gebildeten unter uns Leser*innen.
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