Vor langer Zeit lebte der Neunfarbige Hirsch sorglos und glücklich am Ufer des Yangze-Flusses. Uneigennützig und hilfsbereit rettete er eines Tages einen Mann aus dem reißenden Fluss, der zu ertrinkten drohte. Anstatt sich belohnen zu lassen, nimmt ihm der Hirsch ein Versprechen ab. Es dauert nicht lange, bis sich der Mann zwischen dem gegebenen Wort und seiner Habgier entscheiden muss. Eine alte chinsische Legende über Versprechen und Verrat, in der das Gute und die Moral siegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2010
Voll des Lobs ist Rezensent Steffen Gnam für Yaxin Yangs Kinderbuch "Der Neunfarbige Hirsch", in dem die chinesische Künstlerin eine alte chinesische Fabel um Verrat, Eitelkeit und Einsicht auf hinreißende Art und Weise wiederbelebe. Die Bilder zeichnen sich für den Rezensenten durch die gelungene Mischung von traditioneller Tuschetechnik und digitalen "Ausdrucksmedien" aus. Auch die Wahl von Motiven, die eine kosmische Verbundenheit von Mensch und Natur spiegeln, das Spiel mit chinesischer Zahlen- und Farbsymbolik und die märchenhaften Atmosphäre des Buchs haben Gnam bezaubert. Man könne das Buch übrigens auch als Kritik an alle menschlichen Maßstäbe beiseite fegenden Großprojekten wie dem Dreischluchtenstaudamm lesen. Das Fazit des Rezensenten: "Ein Bilderbuch voller Magie, Poesie - und nicht zuletzt versteckter Ironie".
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