Aus dem Georgischen von Sybilla Heinze. Ein Vater, dessen Geschlecht ständig wechselt wie das eines Clownfischs. Eine junge Frau, die immer die Ruhe bewahrt. Ein Kind, das ständig mit Worten spielt. Eine junge Familie, Digital Nomads inmitten einer gesichtslosen Großstadt, dazu seit einiger Zeit durch Ausgangsbeschränkungen isoliert. Als sie zu einem Kindergeburtstag am anderen Ende der Stadt aufbrechen, begegnen sie merkwürdigen Doppelgängern und einer alptraumhaften Geschichte. Sie sind eingesperrt in ein von elektrischen Zäunen umgebenem Haus. Es ist gigantisch. Verfügt über Café, Fitnessclub, Bombenschutzbunker, Flugabwehrsysteme, Krematorium usw., dazu bevölkern Tiere eines überschwemmten Zoos die Flure. Mensch und Tier, Innen und Außen, Mann und Frau, Zivilisten und Militärs - die Grenzen verschwimmen, und es wird zunehmend ungewiss, wer wer und was was ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2022
Rezensent Jan Wiele fällt anhand des neuen Buches von Zaza Burchuladze vielerlei auf: Seit dem Gastlandauftritt Georgiens bei der Buchmesse vor vier Jahren wird mehr und mehr georgische Literatur übersetzt - und mehr und mehr realisiert der Rezensent, wieviele Autoren mittlerweile fliehen mussten. Das daraus resultierende Trauma sieht er auch in "Zoorama." Autofiktionales decke sich dabei mit Fantastischem in der Geschichte von Zaza und Marika, die in Berlin gestrandet sind. An Berlin Alexanderplatz fühlt sich Wiele bisweilen erinnert, diese große, experimentelle Berlingeschichte, wenn im Buch mal wieder Wildes und Unglaubliches, auch an Krieg erinnerndes, geschieht. Burchuladze finde jedoch immer wieder zurück zur Bodenständigkeit - und zur verlorenen Hoffnung in die Macht der Literatur. Diese Kraft sieht der Rezensent in diesem "rettenden Museum für experimentelle Prosa" noch klar erhalten.
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