Warum über das Komische philosophieren? Warum die Komik aus philosophischer und psychoanalytischer Perspektive erforschen? In "The Odd One In" analysiert Alenka Zupancic, wie einerseits Philosophie und Psychoanalyse uns helfen, Mechanismen und Logik des Komischen zu verstehen, und wie andererseits die Komik der Philosophie und Psychoanalyse helfen kann, einige grundlegende Wirkungsweisen und Vorgänge dessen zu begreifen, was wir Humanität nennen. Dem Wesen des Komischen ist mit Begriffen und Definitionen nur schwer beizukommen, es ist als künstlerische Ausdrucksform und als soziale Praxis jedoch immer auch eine Art und Weise, sich mit dem Fremden zu beschäftigen - als Mittel der Einbeziehung des Außenseiters. Zupancic stützt sich auf ein ganze Reihe von Philosophen und Komikern, von Aristophanes, Molière, Hegel, Freud und Lacan, bis zu George W. Bush und Borat. Sie trennt dabei scharf zwischen dem Komischen und ideologisch implizierter, "naturalisierter" Fröhlichkeit. Die wahrhafte, subversive Komik entspringt dem Funken, der unmittelbare Verbindungen zwischen heterogenen Zuständen herstellt.
Einen äußerst interessanten neuen Blick auf die Komödie hat Rezensent Tim Caspar Boehme mit Alenka Zupancics Buch "Der Geist der Komödie" gelesen. Die slowenische Philosophin, die der "Ljubljaner Schule für Psychoanalyse" angehört und bei Slavoj Zizek promovierte, zeige an zahlreichen gut gewählten Beispielen, dass die Komödie zu Unrecht philosophisch vernachlässigt worden sei. Darüber hinaus lernt der Kritiker von Zupancic zwischen "wahren" und "falschen" Komödien zu unterscheiden. Auch wenn die Autorin durchaus die ein oder andere "dialektische Volte" a la Zizek in ihre Texten einbaut, lobt der Rezensent insbesondere ihre tiefgehende, akademische, zugleich aber elegante und lesefreundliche Herangehensweise.
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