"Die
Airbagisierung der Gesellschaft hat begonnen",
glaubt Katharina Wetzel im
Tages-Anzeiger: Überall in der Mode und im Möbeldesign tauchen derzeit voluminöse, an Airbags erinnerne Gestaltungselemente auf. "Was sagt das über uns und die Zeiten, in denen wir leben, mit Krisen und Krieg in Europa? ... Angst vor einer atomaren Bedrohung, Angst vor Migration, Angst vor der Klimakatastrophe. Die Angst hat sich zum
Verkaufsschlager entwickelt und kommt doch
verniedlicht auch als aufblasbares Gadget daher. Der Airbag ist dabei zum Symbol eines Sicherheitsbedürfnisses geworden, das Künstler und Designer immer häufiger aufgreifen - ohne Funktion, aber mit der Botschaft der Beruhigung: In diesem Sofa bist du maximal geborgen, in dieser Jacke kann dir die Außenwelt nichts anhaben, in dieser Kugel kannst du dich ohne eine Schramme den Berg runterstürzen.
Spaß ja,
aber Risiko?
Nein."Im
Tagesspiegel porträtiert Tobias Langley-Hunt die ukrainische
Modedesignerin Lilia Litkovska, die ihre aktuelle Kollektion auf der
Berlin Fashion Week zeigt: "Wenn sie von Kiew erzählt, von kulturellen Entwicklungen, die in ihrer Heimatstadt in den Jahren vor dem Krieg angestoßen wurden, ahnt man, wie schwer die Erinnerungen lasten und wie viel
Hoffnung sie gleichzeitig geben. ... 'Neue künstlerische Strömungen sind entstanden und gewachsen. Vor dem Krieg kamen viele internationale Besucher in die Stadt, die Teil der Entwicklung sein wollten.' ... Der kreative Geist der Entwicklung lässt sich aber zum Glück nicht so einfach zerstören. 'Wir, die Kreativen, sind
eine Art ukrainische Armee. Aber wir zerstören nicht, sondern erhalten und
bauen auf.'"
Männer, habt Gnade mit Euren Mitmenschen und schüttet Eure
Ambra-
Parfüms weg,
ruft ein schwer gebeutelt um Atem ringender Uwe Ebbinghaus im
FAZ-Kommentar seinen Geschlechtsgenossen zu.