Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.03.2021 - Design

Jürg Zbinden schreibt in der NZZ einen Nachruf auf die Modedesignerin Ursula Rodel. Gemeinsam mit Katharina Bebié und Sissi Zoebeli gründete sie "1972 in einem Akt der Selbstermächtigung ein Prêt-à-porter-Label für all jene, die sich nicht mit der Rolle als selbstlos dienende Ehefrau und Mutter abfinden mochten. ... Rüschen und Schleifchen waren Ursula Rodels Ding nicht, ihre Formensprache ist eher androgyn oder dezent maskulin." Daneben "wirkte sie als Kostümdesignerin in Filmen berühmter Regisseure: Federico Fellini, Claude Berri, Daniel Schmid und zuletzt Lars von Trier."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.03.2021 - Design

Total Space von Luftwerk


Große fluide Räume, die immer wieder Licht und Farbe wechseln, betritt monopol-Kritiker Benjamin Freund mit dem "Total Space" im Zürcher Museum für Gestaltung, unterlegt von Techno: Exzellent zum Abtauchen und Entdecken, versichert er. Zum Beispiel "im Oktagon vom Schweizer Architekten- und Designerpaar Trix und Robert Haussmann: Eine Rückbesinnung auf eine Handskizze von Leonardo da Vinci soll es sein. Die unendliche Erweiterung des Raums durch den Einsatz von Spiegeln hätte sich der Italiener zu Lebzeiten nicht schöner ausmalen können. In Zürich lässt man nun Besucherinnen und Besucher durch ein Spiegel-Kabinett taumeln. Eine Spielerei für alle, die sich im Selfiemodus des Smartphones noch nicht sattgesehen haben. Ebenfalls von einem italienischen Kunstmeister hat sich das Designduo Luftwerk beflügeln lassen. So tauchen die Farb- und Perspektivstudien des Universalgelehrten Leon Battista Alberti im 'Total Space' als lebendige Landschaft auf. Diese leuchtet in verschiedenen Farben und verformt sich ständig - wie ein bockig gewordenes Werk von Lichtkünstler James Turrell."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 13.03.2021 - Design

Vor 65 Jahren wurde der legendäre Eames Lounge Chair - ursprünglich übrigens als Nickerchen-Koje für Billy Wilder - und damit ein zeitloser Klassiker des Möbeldesigns entworfen, schreibt Gerhard Matzig in der SZ. Er ist "nicht nur das denkbar eleganteste Emblem der bergenden, zum Überlebensraum werdenden Drinnen-Welt. Er ist auch das zeichenhafte Versprechen einer besseren Welt. Wo man nichts sonst zum Glücklichsein braucht. Außer ein paar Plaids, die auf dem Ottoman (Fußhocker) platziert werden. Dazu kann man geradezu alpin aufragende Bücherberge rund um den Sessel zu einer Mauer der Sehnsucht formen. Jetzt noch ein guter Drink in Griffweite: Wer das nicht Paradies nennt, saß noch nie lesend, trinkend und schlafend im Eames."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.03.2021 - Design

Für eine (toll von Kristin Bethge fotografierte) Reportage für das Frankfurter Allgemeine Quarterly hat Fabian Federl eine Tweed-Weberei auf der schottischen Insel Lewis and Harris besucht, wo man dem Handwerk nach wie vor so traditionell wie vor 100 Jahren nachgeht. Lange Zeit kam man damit gerade so durch, doch "seit rund sieben Jahren erleben die Weber einen Aufschwung. Ihr Stoff taucht plötzlich bei Haute-Couture-Marken wie Yves Saint Laurent und Chanel auf, in Streetwear von Nike und Adidas, bei Outdoor-Marken wie North Face und Eastpak. Die Weber der Insel haben alle Regeln der Industrie missachtet. Und stehen nun plötzlich besser da als je zuvor: Sie haben sich keinen Millimeter bewegt, die Welt um sie herum hat sich geändert."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.03.2021 - Design

Haruki Murakami hat für die Bekleidungsfirma Uniqlo ein Set an T-Shirts entworfen - nur rasend viel lässt sich nicht darüber sagen, findet Tanja Rest in der SZ: "Ein Mann an der Bar, eine Katze am Schreibtisch, der Doppelmond aus '1Q84', die Krähe aus 'Kafka on the Beach' verweisen recht starrsinnig nur immer wieder auf den Autor und sein Werk zurück. Nicht mal einen klitzekleinen Styler-Komplex kann man Murakami andichten." Dabei war nach ersten Gerüchten auf Social Media ja von einer ganzen Murakami-Kollektion die Rede, was die Fantasien mächtig angeheizt hatte: Das müssten ja wohl Kleider sein, "deren Bedeutung sich erst beim zweiten Hinsehen erschließen würde. Sagen wir ein Mantel, der sich als Kleid entpuppt, das von vorne seriös hochgeschlossen daherkommt, rückseitig aber hinterntief geschnürt und sexy wäre; oder ein gedecktes Sakko, aber mit einem lodernd extravagant-fantastischen Stoff gefüttert, der vielleicht Katzenwesen beinhaltet und Schriftzeichen."

Besprochen wird die auf Arte gezeigte Doku "Fast Fashion" über Billigmode (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 06.03.2021 - Design

Couture von Ryunosuke Okazaki. Fotos von Kenji Agata via Dezeen


Bei Dezeen stellt James Parkes die Couturekleider von Ryunosuke Okazaki vor, für die sich die japanische Designerin von der Keramik der Jōmon-Ära (ca. 10.500 - 300 v.u.Z.) und der Shinto-Religion inspirieren ließ: "Die aufwendigen Designs erinnern vor allem an die Töpferkunst der Jōmon-Ära, bei der Gefäße dekoriert wurden, indem man Seile und Spiralen in den nassen Ton presste, um kunstvolle Designs zu schaffen. ... Die JomonJomon-Kollektion ist aus Polyester, Baumwolle und Rippenstrick gefertigt, wobei die Farben Rot, Blau, Schwarz und Weiß als Grundfarben verwendet wurden. Die skulpturalen Formen entstehen durch das Kombinieren und Drapieren von Textilien in geometrische Mustern und Formen. Die kräftigen Farben, gepaart mit kontrastierenden Streifen und Flecken, betonen die Kurven und Konturen des skulpturalen Stoffes. 'Ich habe versucht, es poppig und farbenfroh zu gestalten und dabei moderne Materialien zu verwenden, um die Modellierung der Jōmon-Töpferkunst und des Shinto, die erdig ist, auf moderne Weise auszudrücken', erklärt die Designerin."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.03.2021 - Design

In der NZZ stellt Franziska Müller-Reissmann neue Ideen für kompostierbare Kleidung vor, die leider noch nicht sehr ausgereift wirken. Dabei wäre das dringend nötig: "Der Sektor gilt nicht nur als einer der Hauptverursacher von CO2 und Mikroplastik in der Umwelt, sondern auch als Wasserverschlinger gigantischen Ausmaßes: 8000 Liter werden allein für eine einzige Jeans gebraucht. Und immer häufiger berichten die Medien von prekären Arbeitsbedingungen in Kleiderfabriken und von toxischen Chemikalien, welche von dort aus in Böden und Gewässer fließen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 02.03.2021 - Design

Marina Razumovskaya porträtiert in der taz den heute in Berlin lebenden Modefotografen Vladimir Sichov, der in den Achtzigern den Jet-Set in vollen Zügen genoss. Besprochen wird ein Bildband über den Marchese Emilio di Capri (taz).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 26.02.2021 - Design



Eigentlich ist VStitcher nur ein digitales Tool um textilsparend Modeentwürfe auszuprobieren - aber kombiniert mit dem digitalen Schaulaufen in der Coronakrise könnte es glatt ein neues Zeitalter ausrufen, meint Benedikt Herber im ZeitMagazin: die tatsächliche Virtualisierung der Mode, bei der am Ende auch die Kleidungsstücke, die man kauft, nicht mehr am Körper, sondern rein digital getragen werden. Das Label The Fabricant geht diesen Weg bereits und stellt einen Großteil seiner Entwürfe gratis ins Netz, ein Kleid wurde aber auch schon für 9500 Dollar verkauft und ziert nun auf einem Foto die Frau des Käufers. "The Fabricant geht es vor allem um den Umweltgedanken. Hat physische Kleidung doch so viele offensichtliche Nachteile: die Wasserverschwendung bei der Produktion, der Chemikalieneinsatz, der Transport um die ganze Welt, das Müllproblem. Gerade für Designer sind die neuen Möglichkeiten der Computeranimation interessant: War Mode bisher immer an die natürlichen Grenzen einer unvollkommenen Welt gebunden, kann Digital Fashion diese Fesseln nun sprengen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.02.2021 - Design

Nicolas Freund schreibt in der SZ einen kurzen Nachruf auf den Grafikdesigner Bruce Blackburn, der das klassische NASA-Emblem gestaltet hat.