Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

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Efeu - Die Kulturrundschau vom 12.08.2014 - Design

In der SZ freut sich Catrin Lorch über zwei Jean-Paul Gaultier und Dries van Noten gewidmete Ausstellungen in London und in Paris, die sich unter Verzicht auf für Modeausstellungen übliche Paraphernalien ganz aufs wesentliche konzentrieren: "Beide sind hervorragend gelungen, gerade weil sie ganz auf Mode setzen, nicht mehr sein wollen als Laufstege, auf denen die Kreationen der vergangenen Jahrzehnte defilieren, Kabinette aus nicht endenden Schaufenstern. ... Gerade weil sie bei ihren Leisten bleiben, versteht man in solchen Ausstellungen, warum Mode, Saison für Saison, Bedürfnisse befriedigt, die man als existenziell verstehen kann." (Bild: Kleid von Jean-Paul Gaultier)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.08.2014 - Design

Kapstadt ist "World Design Capital 2014" - verdientermaßen, meint Daghild Bartels in der NZZ, denn es hat nicht nur hervorragende Architekten, sondern eine tausendjährige Tradition des Kunsthandwerks. Die neuen Designer müssen keinen Vergleich scheuen: "Auf erfrischende Weise sprechen ihre Arbeiten eine nichtwestliche, kraftvolle Sprache, zitieren Traditionelles, ohne ins Folkloristische abzugleiten, und beeindrucken durch originelle Materialkombinationen. "Afrikanisches Design", versucht [Trevyn McGowan, Gründer der ersten Designmesse in Kapstadt] eine Definition, "zeichnet sich dadurch aus, dass Tradition und Erdverbundenheit eine große Rolle spielen. Elegante Produkte wie jene italienischer Gestalter findet man bei uns weniger. Unsere Designer bevorzugen Stein, Eisen und Holz als Material, so dass alles eher einen robusten, rohen, urtümlichen Appeal hat."" (Bild: Dibi Chair von Cheick Diallo, mehr hier)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 30.07.2014 - Design

Rundum begeistert berichtet Laura Weißmüller in der SZ von einer dem Grenzgänger zwischen Design, Architektur und Kunst Hans Hollein gewidmeten Ausstellung im Österreichischen Museum für angewandte Kunst in Wien: Hier erweise sich, "was dieser Mann, der auf den ersten Blick wie ein manischer Tausendsassa ständig von einer Gattung zur nächsten sprang, vom Entwurf eines Hochhauses zur Obstschale und wieder zurück zu Klavierflügelbeinen, zugleich gewesen sein muss: Für ihn war alles, was er tat, Kommunikation. ... In Zeiten von flächendeckendem W-Lan und allgegenwärtigen Werbebotschaften ist das durchaus eine sehr zeitgenössische Herangehensweise." (Bild: Magazin BAU Cover, 1968 © Archiv Hans Hollein)
Stichwörter: Hollein, Hans, Hochhäuser

Efeu - Die Kulturrundschau vom 28.07.2014 - Design

Für die taz liest Tilman Baumgärtel einen großen Bildband über Möglichkeiten (und Grenzen) des 3D-Druckens. Deutlich wird ihm bei der Lektüre auch, "wie lang der Weg des 3-D-Druckers vom faszinierenden Spielzeug für Gestalter-Nerds zum alltagstauglichen Gerät noch ist. So gut wie alle Arbeiten, die in "Dinge drucken" vorgestellt werden, sind Experimente und Prototypen. ... Technologien, die die herkömmliche Massenproduktion ablösen werden, sehen anders aus. Mit einem Heim-3-D-Drucker für 800 Euro kann man heute noch keine funktionellen Gebrauchsgegenstände herstellen, auch wenn das immer wieder suggeriert wird." Hier einige Eindrücke aus dem Buch.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.07.2014 - Design

In der taz erzählt Tilman Baumgärtel die kuriose Geschichte des Schmuckdesigners David Bizer, der mit seinen dreidimensionalen, am 3D-Drucker erstellten Klangwellen zum Umhängen unfreiwillig zum Unternehmer wurde: Die Leute haben sein Online-Portfolio einfach für einen Online-Shop gehalten. Mittlerweile lebt er recht gut von diesem Verkauf, sagt er. "Als ihm die Bestellungen "zu stressig" wurden, veröffentlichte er im Netz eine Anleitung, wie man sich die Ketten selbst macht. Das Resultat: Noch mehr Bestellungen. "Die Kunden haben gesehen, dass das doch nicht so einfach ist, wie es aussieht. Da habe ich gelernt, dass es etwas bringt, wenn die Leute von dir klauen wollen."".

Efeu - Die Kulturrundschau vom 17.07.2014 - Design

Erstklassiges Statement gibt Rihanna mit ihrem Anglerhut ab, findet Jess Cartner-Morley im Guardian, während sie das Bild von Rihanna mit Mario Götze betrachtet: "From unpromising beginnings - it is, after all, the hat worn by babies, fisherman and Woody Allen - it has come to represent an anti-establishment, hard-partying attitude. There is something about its complete lack of poise that makes it representative of a particularly stubborn, don"t-care-what-you-think stance: think of its devotees, from Hunter S Thompson and Liam Gallagher to RiRi herself. This is a hat with no pretensions to chic, which is why it will always be a Marmite garment. The person wearing a bucket hat doesn"t care what you think of their look. That"s the whole point."

Und das ist ein Fahrrad. Wirklich.



Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.07.2014 - Design

Andrea Köhler beklagt mit der amerikanischen Historikerin Linda Przybyszewski, deren Buch "The Lost Art of Dress" (Basic Books) sie gerade gelesen hat, den Niedergang der amerikanischen Damenmode. Heute kleiden sich alle wie Teenager, aber in den zwanziger Jahren war das noch anders, da gab es professionelle Hilfe für die neue berufstätige Frau, lernt Köhler: "Im Jahr 1923 wurde dem Landwirtschaftsministerium der Vereinigten Staaten ein nationales "Bureau of Home Economics" hinzugefügt, das sich auch der angemessenen und ökonomisch sinnvollen Kleidung widmete. Die "Art of Dress" wurde landesweit an den Schulen und Universitäten als eigenes Unterrichtsfach eingeführt und von den Dress Doctors - Frauen aus allen professionellen Sparten - mit derselben Ernsthaftigkeit gelehrt wie Algebra oder Chemie. Ihr Motto: Nicht Geldmittel, sondern Kenntnisse und Geschicklichkeit sind der Schlüssel zu einer schönen Garderobe. Und eine Kleidung, die der Bewegung nicht hinderlich ist! Enge Röcke und unkomfortable Schnitte waren tabu, ebenso das unausrottbare Malaise der Frauenmode bis auf den heutigen Tag - Schuhe, in denen man keine zwei Meter weit laufen kann."

Im Interview mit Grace Bello vom Blog The Hairpin erklärt Linda Przybyszewski etwas genauer, was diese Mode für erwachsene Frauen auszeichnete: "Es ist seltsam, aber ab Mitte der dreißiger Jahre - also während der großen Depressionen - waren die Tageskleider wundervoll. Die Taille saß nicht mehr auf der Hüfte, wie noch in den Zwanzigern. Das stand den meisten Frauen eh nicht. In den Dreißigern saß die Taille wieder auf natürlicher Höhe. Damals konzentrierte sich das Interesse auf den Halsausschnitt, so dass die Oberteile vieler dieser Kleider kreative und originelle Kragen haben. Sogar die Ärmel und die Schnitte waren interessant. ... Davon könnten wir heute noch eine Menge lernen." (Es gab sogar Schnittmuster für austauschbare Krägen, sogenannte Dickeys, mehr hier. Bild: Kleiderschnitt von McCall aus dem Jahr 1932 mit verschiedenen Ausschnitten)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.07.2014 - Design

Giorgio Armani wird 80 Jahre alt. In der SZ schreibt ihm Thomas Steinfeld euphorische Geburtstagsgrüße. Im Kern von Armanis Konzept sieht er die "Erfahrung aufgeschobener Zeit": "Nur er geht so mit Zeit und Alter um, nur bei ihm ist es fast immer Spätsommer, Frühherbst, Oktober, und bloß manchmal grünt da etwas Frischeres."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 09.07.2014 - Design

In Paris sind Haute Couture Schauen. "Die Attitüde muss modern sein", zitiert Alfons Kaiser in der FAZ Karl Lagerfeld. Und das scheint gelungen zu sein, betrachtet man die Bilder. Bei Chanel hieß das Motto "Le Corbusier geht nach Versailles" und das war, so Kaiser, " gut gewählt. Denn die Modernität der weißen Kleider aus künstlichem Stoff, der Kostüme à la Mademoiselle Chanel und der strubbeligen Newspaper-Boy-Frisuren werden erweitert um Tournüren wie aus vorrevolutionären Zeiten und üppige Stickereien wie aus dem Barock."

Im Guardian staunt Lauren Cochrane über die Dior-Schau von Raf Simons: Wie ein Konzeptalbum! "Extended over six segments, models dressed in everything from full-skirted ballgowns to full-length fur coats, chiffon slips and embroidered parachute silk boilersuits walked around a circular white room wrapped in chrome and covered - floor to ceiling - in white orchids. It even had a soundtrack of alpha experimentalists Sonic Youth. The front row included actors Charlize Theron and Sean Penn. Put together, it was a dizzying expression of creative director Raf Simons" vision for this revered Parisian house: futuristic, red carpet friendly and art-house all at once."

Und Jezebel fasst die Versace-Schau so zusammen: "For the Debutante-Slash-Dominatrix in You". (Bild: Dior)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 08.07.2014 - Design

Kein Wunder, dass die Franzosen aus der WM rausgeflogen sind - bei den Schuhen, schnaubt Barbara Möller in der Welt: "Man kann sich richtig vorstellen, wie sich der arme Giroud - Nationaltrainer Deschamps: "In der Luft ist er stark!" - auf dem Weg zum Tor verzweifelt fragte: Ich weiß, ich schieß mit links, aber ist links nun pink oder türkis?"
Stichwörter: Pink, WM