Efeu - Die Kulturrundschau - Archiv

Design und Mode

982 Presseschau-Absätze - Seite 94 von 99

Efeu - Die Kulturrundschau vom 27.09.2014 - Design

Großer Gott, das lebt! Vanity Fairs Rachel Tashjian ist total hin und weg von den neuen, zoomorphen Schuhen:


Fellbesetzte Schlappen von Rochas, Adam Lippes und Simone Rocha

Denzel Washington spielt in "The Equalizer" den ersten Normcore-Helden, erklärt Bruce Handy in Vanity Fair. Also kleidete ihn der Kostümbildner des Films, David C. Robinson, total langweilig ein. Er selbst trage nur Kilts, erklärt Robinson im Interview: "Ich trage Kilts den ganzen Tag lang, nie Hosen. Hosen habe ich vor acht Jahren aufgegeben. ... Ich hatte einen Job, da gab es einen Dudelsackbläser (eine Filmfigur) der Marine und ich habe Kilts für ihn besorgt, weil man die dort trägt. Als wir fertig waren, schickte mir die Crew einen davon und es war genau meine Größe. Ich probierte ihn an und dachte: Oh, das ist ja so bequem und praktisch. Warum trage ich nicht einfach Kilts? Also besorgte ich mir ein paar und warf meine Hosen weg."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.09.2014 - Design



Die NZZ druckt eine Rede ihres Feuilletonchefs Martin Meyer, der die Ausstellung "Die Krawatte. männer macht mode" im Landesmuseum Zürich eröffnete: "Die Krawatte hat es in sich. Sie ist ebenso real wie metaphorisch oder sogar metonymisch zu ergreifen."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 20.09.2014 - Design


BC architects, Library of Muyinga, Burundi. Photo © BC architects and studies

Domus stellt die erste Bücherei in Muyinga (Burundi) vor. Erbaut wurde sie vom Brüsseler Büro BC architects, das sich einige Mühe gab, den Bau der einheimischen Architektur anzupassen und auch den kleinsten Lesern echten Lesekomfort zu anzubieten: "Die doppelte Raumhöhe zur Straßenseite hin bot die Möglichkeit, einen speziellen Ort für Kinder zu schaffen. Ihr Raum besteht aus einer hölzernen Sitzecke auf dem Boden, die gemütliches Lesen für die Schule erleichtert. Darüber schwebt wie ein Hochpaterre eine riesige Hängematte aus Sisal, in der die Kinder mit ihren Büchern träumen können."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 19.09.2014 - Design



In London findet bis Sonntag noch das London Design Festival statt. Dezeen stellt einige Designer vor, die sich mit der Zukunft des Autos und der Autoindustrie befasst haben. Alexandra Daisy Ginsberg etwa, Designerin und Forscherin im Bereich der synthetischen Biologie, schlägt vor, Fahrzeugteile aus Metall oder Plastik durch abbaubare biologische Materialien zu ersetzen: "Autohersteller würden dann nicht länger ganze Autos produzieren, sondern eine langlebige Chassis, über die abbaubare, lokal produzierte Bio-Hüllen gelegt werden." Sehr schön auch Dominic Wilcox" Schlafauto der Zukunft (Bild).

Efeu - Die Kulturrundschau vom 16.09.2014 - Design


Hotelsilber: Kaffeekanne, Rahmservice für WMF, Wilhelm Wagenfeld, 1960, © Wilhelm Wagenfeld Stiftung

Bettina Maria Brosowsky besucht für die NZZ eine Ausstellung zum Werk des deutschen Produktgestalter Wilhelm Wagenfeld (1900-1990) in der Wilhelm-Wagenfeld-Stiftung in Bremen und bewundert dort unter anderem ein Hotel-Silberservice, das ganz aus Metall war: "Das thermische Problem des sich erhitzenden Kannengriffes löste Wagenfeld nun, indem er ihn an einen erhöht ausgeformten Bodenring anfügte, aber auf den oberen Anschluss an den Kannenkörper verzichtete. Diese aus dem haptischen Gebrauch abgeleitete physische Trennung von Volumen und linearem Henkel erneuerte auch gleich den formalen Habitus der Kanne. Sie kam als dezent ausmodellierte konische Elementarform daher, der Deckel beschloss mit lockerem Schwung das einheitliche Ganze."

Weiteres: Jean-Paul Gaultier zieht sich aus dem Prêt-à-porter zurück und wird künftig nur noch Haute Couture entwerfen, meldet Libération unter Berufung auf Women"s Wear Daily.

Efeu - Die Kulturrundschau vom 11.09.2014 - Design


Foto: Muriel Maxwell, American Vogue, 1939 von Horst P. Horst

Für die taz hat Tania Martini die Ausstellung von Horst P. Horsts Modefotografien im Victoria & Albert Museum in London besucht: "Was über die Jahrzehnte hinweg seine Bilder prägt, ist die skulpturenhafte Inszenierung seiner Modelle, die Idee von absoluter Schönheit, der alle Körper entgegenzustreben scheinen. Diese Liebe zur klassizistischen Skulptur erinnert aber auch an Horsts Aufbruch aus einem Deutschland, in dem ein hellenistisches Körperideal seit dem 18. Jahrhundert einige künstlerische Ausdrucksformen geprägt hatte und nach dem Ersten Weltkrieg auf seinen Höhepunkt zusteuerte."

Efeu - Die Kulturrundschau vom 10.09.2014 - Design

Sehr verdienstvoll findet Bettina Maria Brosowsky in der NZZ die Ausstellung "In Arbeit" zum DDR-Design in der Münchner Pinakothek, mit der die Pionierleistung von Günter und Claudia Höhne gewürdigt wird, die in der ignoranten Wendezeit das kostbare Gut sicherten: "Während die westliche Konsumgüterindustrie in verschwenderischer Gestaltdifferenzierung individuelle Distinktionsbedürfnisse sowie Absatzmärkte stimulierte, setzte das Mangelsystem der DDR, als geschmackserzieherisches Programm einer sozialistischen Lebensweise, auf eine zeitlose Ästhetik und, im Bereich der Apparate und Elektrogeräte, auf Reparaturfreundlichkeit - heute würde man diese "Nachhaltigkeit" ausdrücklich loben. Es entstand ein jahrelang produziertes emblematisches Design der DDR wie etwa Glas von Friedrich Bundtzen (1910-1989), noch ganz in der Tradition Wilhelm Wagenfelds, oder die Isolierkanne in Aluminium von Margarete Jahny." (Foto: Stiftung Haus der Geschichte)


In der SZ bespricht Peter Richter die Ausstellung "Designing Home: Jews and Midcentury Modernism" im Contemporary Jewish Museum in San Francisco, die sich mit dem Design der 50er und 60er Jahre befasst, das in großen Teilen von jüdischen Exilanten aus Europa geschaffen wurde: "Was wir heute Midcentury Modern nennen, ist von den Gralshütern der klassischen Moderne Europas deswegen dünnlippig als Playboy-Moderne gescholten worden und als typisch amerikanische Vulgarisierung der heiligen Bauhaus-Askese, als Verrat am Projekt. Aber das verkannte in erster Linie die Andersartigkeit der Voraussetzungen. Die radikal entschlackte Moderne hatte in einem Europa Fuß fassen können, das vom ersten Weltkrieg zerrüttet war. Die amerikanischen Modernisten hatten es mit einem Land im beispiellosen Wohlstandswachstum zu tun." (Bild: Henry Dreyfuss, Princess Phone, 1959. Foto: Johnna Arnold)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 05.09.2014 - Design

Ein Blick in den Ikea-Katalog reicht Gunda Bartels im Tagesspiegel, um bezüglich der Conditio Humana auf dem Laufenden zu bleiben: Diese alljährliche Lieferung "ist der topaktuelle Spiegel der unordentlichen, rückwärtsgewandten Welt. Einer Welt, die Eskapismus praktiziert, wo sie politische Korrektheit predigt. Die Individualisierung fördert, wo sie Gemeinsinn behauptet. Einer Welt, die keinerlei überzeugende Aufbewahrungslösungen hervorbringt. Die Perfektionierung heuchelt, das Chaos füttert und mit der Lethargie paktiert."
Stichwörter: Ikea, Individualisierung

Efeu - Die Kulturrundschau vom 25.08.2014 - Design

Schuhe, in denen man nur konzeptionell ins Straucheln kommt, verspricht Roman Gerold im Standard mit der Ausstellung "Shoeting Star" im Kunsthaus Wien: "Da gibt es etwa die halsbrecherischen Plateauschuhe des Texaners Omar Angel Perez, die mit Riemen aus gebogenen Sägeblättern versehen sind. Bei anderen, die aus Besteck gebaut sind, sitzt die Ferse in einem Suppenlöffel. Harmloser sind da schon Schuhe, deren Absätze aus Würfelchen bestehen und deshalb verpixelt erscheinen. Für ein Schmunzeln sorgen Vampirjäger-Sandalen, deren Riemchen aus Knoblauch bestehen, während der Absatz Kruzifix und Holzpflock vereint." (© Sol Alonso, Foto: David_Collart)

Efeu - Die Kulturrundschau vom 22.08.2014 - Design



(Via OEN) James Cartwright vom Blog It"s Nice That hatte den Hype um 3D-Drucker schon satt, da stieß er auf den niederländischen Designer Olivier Van Herpt, der mit dieser Technologie tatsächlich sehr reizvolle Keramikobjekte produziert: "Heute ist er fähig, geometrisch komplexe Dinge wie Schalen und Platten und größere dekorative Objekte zu drucken. Ale werden mit der Spritzmaschine in verschieden dicken Schichten aufgebaut. Olivier kann Muster und Größe einstellen und jedem Objekt ein eigenes Finish geben. Jetzt finde ich 3D-Drucker wieder aufregend."

Für die New York Times hat sich Michael Kimmelman Design-Krankenhäuser in aller Welt angeschaut und dabei durchaus einen heilenden Effekt, aber auch Probleme bemerkt: "Most hospital architects are not experts at health care design, because they have probably never been in a wheelchair."