In den Achtzigern für eine Weile populär, galt New-Age-Musik später als Klangschrott für Esoteriker. Doch seit geraumer Zeit interessieren sich auch ernstzunehmende Musiker aus dem Punk-, Noise- oder Experimentalsektor für die Retro-Ästhetik des New Age. Adam Bychawski stellt einige dieser Musiker vor und kann dem Phänomen auch soziopolitische Subtexte entnehmen: "Es ist von Belang, dass New-Age-Musik, die in Reagans Amerika so viele Anhänger gefunden hatte, in einer Zeit politischer Unruhen und drohender Umweltkrisen neue Relevanz erfährt. Viele der Rechte und Schutzmaßnahmen, die wir im Arbeitsleben genossen haben, sind seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert zerrieben worden, während die Arbeiterbewegung zerschlagen wurde. Prekäre Arbeitskulturen sind gängig geworden - durch Null-Stunden-Verträge, Gelegenheitsarbeiten, die Krise auf dem Wohnungsmarkt und einschneidende besch für vermögenswirksame Leistungen normalisiert worden. ... Oft werden New-Age-Hörer als passive Subjekte eingeschätzt, doch lassen auch alternative Szenarien denken, in denen sie über mehr Handlungsgewalt verfügen. Möglich wäre auch, New Age zu hören, um sich dem Kapitalismus zu widersetzen. ... Wenn wir uns dazu entscheiden, ganz und gar im Hörerlebnis aufzugehen, so wie New Age es nahelegt, dann widerspricht dies dem Imperativ, unsere Freizeit nach Manier von Unternehmer-Individuen auf eine als 'produktiv' geltende Weise zu verbringen. Jetzt, da auch das letzte bisschen unserer Wachphasen vom Kapitalismus durchdrungen ist, kehrt New Age in einem wichtigen Moment wieder. Ihre einlullenden Klänge erinnern uns daran, dass Zeit und Raum für Entspannung und unser Wohlergehen erkämpft werden müssen."
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